Das «Handbook of Tyranny» liefert detaillierte Zeichnungen von Zäunen, Mauern und Barikaden.

Anti-Architektur

Der österreichische Architekturforscher Theo Deutinger dokumentiert Konstruktionen, die sich gegen den Menschen richten. Die «NZZ» hat ihn interviewt.

In der Ausstellung «Unterm Radar» im SAM und in seinem Buch ‹Handbook of Tyranny› dokumentiert Theo Deutinger Architektur, die sich gegen den Menschen richtet. «Üblicherweise heisst es: Architektur ist für etwas. Aber es gibt eben auch Entwürfe, deren Ausgangslage es ist, dass sie etwas verhindern sollen», erklärt Deutinger im Interview mit der «NZZ»: «Solche Anti-Architektur – oder Gegenarchitektur – wird an den Universitäten verschwiegen.» Mit seinem Handbuch der Anti-Architekturen wolle er die gängige Architekturlehre an den Universitäten mit einem selten diskutierten Teil der gebauten Realität konfrontieren. Was er dabei gelernt hat: «Die Veränderung der Welt ging sehr schnell, in den letzten zweihundert Jahren ist so enorm viel passiert, und wir Menschen sind doch ein träges Tier. Wir kapieren die industrielle Revolution erst jetzt, und jetzt läuft schon die digitale Revolution.»

Weitere Meldungen:

– Frutiger, der drittgrösste Schweizer Baukonzern, feiert sein 150jähriges Jubiläum. Der «Bund» spricht mit den beiden Chefs über immer ähnliche Wohnhäuser und was die Investoren ändern müssten.

– «Gegen eine stumme Kulissenstadt»: Zürich genehmigt ‹mediterrane Nächte›, einige Quartiervereine wehren sich. «Dabei braucht die Stadt mehr Leben und nicht weniger», schreibt der «Tages-Anzeiger».

– «Teure Fassadensanierung»: Die Stadt Zürich zahlt 40 Millionen Franken für die Erneuerung der Hardau-Hochhäuser. Die «NZZ» informiert.

– Das Standardmass für Velostreifen in der Stadt Zürich soll von 1,25 auf 1,8 Meter erweitert werden – «was nur auf Kosten des Autoverkehrs möglich ist», schreibt die «NZZ».

– Wegen zusätzlicher geologischer Abklärungen für den geplanten neuen RhB-Tunnel verzögert sich der Bau des letzten Strassenstücks der Nationalstrasse 28 durchs Prättigau. Die «Südostschweiz» berichtet.

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