Zürich 2050: Zwei Tramringe sollen die Innenstadt entlasten – die Darstellung ist schematisch. Fotos: Planbearbeitung: Werner Huber

Tram-Metro gleist Züri-Tram richtig auf

Mit dem ‹Zukunftsbild ÖV 2050› verabschiedet sich die Stadt Zürich von einem jahrzehntealten Tabu beim Tram: Das Denken im Untergrund ist möglich. Noch ist das Konzept vage, aber es hat Potential.

Mit dem ‹Zukunftsbild ÖV 2050› blicken die Stadt Zürich und ihre Verkehrsbetriebe (VBZ) dreissig Jahre nach vorne. Zwei neue Tramringe – ein ganzer und ein hufeisenförmiger – sollen künftig das Tramnetz der Innenstadt entlasten und wichtige Knoten im Netz des öffentlichen Verkehrs miteinander verbinden. Im Übersichtsplan sind die neuen Linien noch vage definiert, denn noch geht es nicht ums Trassee, sondern ums grobe Konzept. Erste Teile dieses Zukunftsbildes sollen nun bis Ende 2022 in die Netzentwicklungsstrategie 2040 fliessen und konkretisiert werden. So vage das Zukunftsbild auf den ersten Blick scheinen mag, so bemerkenswert ist es – aus zwei Gründen. Erstmals seit Jahrzehnten werkelt es nicht einfach am bestehenden Netz herum, mit einer Verlängerung da und einer Lückenschliessung dort, sondern es skizziert grundlegend neue Verbindungen. Und erstmals seit Jahrzehnten setzen die VBZ explizit auf unterirdische Tramstrecken, sodass der neue VBZ-Direktor Marco Lüthi sogar von einer «Tram-Metro» spricht. ‹Tram-Metro› oder ‹Metro-Tram›? Vor zehn Jahren stellte Hochparterre in Zusammenarbeit mit Ueli Weidmann, damals Professor für Verkehrssysteme an der ETH, das Konzept vor, die Tramlinien in der Zürcher Innenstadt teilweise unterirdisch zu führen (Hochparterre 6-7/2011). Das würde die Geschwindigkeit des Trams erhöhen und den Strassenraum entlasten. Ein Jahr später konkretisierte die Broschüre ‹Metro-Tram› die erste Idee, verglich sie mit anderen Städten und zeigte gute Beispiele unterirdischer Verkehrsmittel. «Der politische Prozess, um die Zustimmung für ein solches Projekt zu gewinnen, und die Planung dauern wohl fünfzehn Jahre», sagte Ulrich Weidmann damals. Weitere zwanzig Jahre veranschlagte er für die etappierte Realisierung. Dem entsprechend rechnete die Broschüre ‹Metro-Tram› mit einem Zeithorizont bis 2050 – genauso wie da...
Tram-Metro gleist Züri-Tram richtig auf

Mit dem ‹Zukunftsbild ÖV 2050› verabschiedet sich die Stadt Zürich von einem jahrzehntealten Tabu beim Tram: Das Denken im Untergrund ist möglich. Noch ist das Konzept vage, aber es hat Potential.

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