Der geplante Neubau für die Naturwissenschaften (Gunz & Künzle Architekten)

Pläne für die Universität Bern enthüllt

Der Kanton Bern hat die Resultate des offenen Wettbewerbs für das Areal Muesmatt und den Neubau der Naturwissenschaften vorgestellt. Grimshaw/Archipel gewinnen den Ideenteil, Gunz & Künzle den Projektteil.

Das Gebäude des Departements für Chemie, Biochemie und Pharmazie (DCBP) der Universität Bern ist nach Jahren intensiver Nutzung stark sanierungsbedürftig und kann den neuen Anforderungen aus Lehre und Forschung nicht mehr gerecht werden. Es soll daher mit einem Neubau ersetzt werden. Grundlage für dessen Planung soll eine städtebauliche Strategie für die Verdichtung des Uni-Areals Muesmatt sein.

Der offen ausgeschriebene Wettbewerb, für den sich bemerkenswerterweise nur 26 Teams interessierten, gliederte sich daher in zwei Teilaufgaben: einen städtebauliche Gesamtkonzept für Neubauten, Freiräume und Verkehr und ein konkretes Projekt für den Ersatzneubau der Naturwissenschaften.

Nun hat der Kanton Bern die Resultate präsentiert: Mit dem 1. Rang für den Ideenteil wird die Arbeitsgemeinschaft von Grimshaw/Archipel (London/Bern) ausgezeichnet, den Projektteil entscheidet das Zürcher Büro Gunz & Künzle für sich (siehe auch den «Atelierbesuch» bei Michael Künzle und Mathias Gunz im aktuellen Hochparterre Wettbewerbe). Eine Symbiose aus dem im erstrangierten städtebaulichen Konzept und dem prämierten Entwurf für den Neubau soll «in direkter Zusammenarbeit mit den beiden Projektteams und in Begleitung des Beurteilungsgremiums» entwickelt werden.

Städtebaulicher Ideenbeitrag der Arge Grimshaw/Archipel

Wie die Jury schreibt, zeigen die Resultate des Projektswettbewerbs die Grenzen der «Siedlungsverdichtung nach Innen» im Kontext des intakten gründerzeitlichen Länggassquartiers deutlich auf: Die hohe Verdichtung im Arealinnern bedinge eine quartierverträgliche Setzung der Bauvolumen mit entsprechender Reduktion der Dichte entlang den Rändern; das geplante Bauvolumen sei möglich, wenn die Freiräume und die Abstimmung der Volumen der zweiten Etappe mit dem Quartier mit äusserster Sorgfalt erfolgten. Dem prämierten städtebaulichen Vorschlag von Grimshaw/Archipel gelingt in den Augen der Jury die Lösung des komplexen Problems: Mit drei in den Dimensionen gut austarierten neuen Baukörpern schaffen die Projektverfassenden eine überzeugende städtebauliche Setzung, während die Freiräume ein vielfältiges und gut auf das Quartier und die Uninutzung abgestimmtes Netz von unterschiedlichen Wegen und Angeboten bilden.

Den Entwurf für den Neubau der Naturwissenschaften von Gunz & Künzle lobt die Jury als «stringente Antwort auf die komplexe Aufgabenstellung eines Laborgebäudes in diesem sensiblen Kontext».

Erdgeschoss des prämierten Projekts von Gunz & Künzle

Differenzierte Raumschichten würden eine adäquate, den jeweiligen Nutzungen entsprechende Raumstimmungen mit hoher atmosphärischer Dichte generieren, heisst es im Jurybericht: «Mit dem vorgeschlagenen Zwiebelprinzip erfährt das Volumen durch die Materialwechsel Schicht für Schicht eine Auflösung, vom massiven Betonkern bis zu einer filigranen, vorgehängten brise soleil. Die vorgeschlagene Fassadenkonstruktion verleiht dem neuen Zentrum des Areals trotz seiner die bestehenden Gebäude überragenden Volumetrie eine überraschende Leichtigkeit.»

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