Visualisierung des prämierten Projekts von Lütjens Padmanabhan Architekten und Caruso St John Architects

Knappe, aber präzise Aussagen

Die Arbeitsgemeinschaft von Lütjens Padmanabhan Architekten und Caruso St John Architects gewinnt den Wettbewerb für neue Genossenschaftsbauten an der Zürcher Gutstrasse.

Wie das Zürcher Amt für Hochbauten mitteilt, ist der selektive Projektwettbewerb für die Ersatzneubauten der Baugenossenschaft im Gut entschieden. Die Baufelder A und D, die an Peter Märklis Wohnbauten für die selbe Genossenschaft anschliessen, sollen von Lütjens Padmanabhan Architekten und Caruso St John Architects bebaut werden. Auf den beiden Parzellen links und rechts der Gutstrasse entstehen rund 100 Wohnungen, ein Kindergarten, Gemeinschafts- und Gewerberäumen sowie die Geschäftststelle der Baugenossenschaft im Gut. Zwei inventarisierte Bauten von Karl Egender (ein kleines Hochhaus und ein Ladenlokal aus den 1950er Jahren) sollen erhalten bleiben. Dimension und Situierung der Neubauten orientieren sich am Masterplan, der von Peter Märkli und Studio Vulkan 2016 erarbeitet worden ist und die (Wieder-)erschaffung des Strassenraums als öffentlichen Ort sowie den Erhalt und die Weiterentwicklung der prägnanten Freiräume zum Ziel hat.

Der Wettbewerbperimeter mit den Bestandesbauten und den beiden inventarisierten Objekten von Karl Egender (hellgrau)

Das mit dem 1. Rang ausgezeichnete Projekt von  Lütjens Padmanabhan / Caruso St John schlägt ein in Typus und Erscheinung gleichartiges Gebäudepaar vor, das die bestehende Bebauung unaufgeregt weiterführt und die Jury mit seinem «sehr kontrollierten und differenzierten architektonischen Ausdruck» überzeugen konnte.

Auf dem Baufeld D ist der 10-geschossigen Hochhausscheibe auf der Strassenseite ein einfacher, schlanker Pavillon mit der Geschäftsstelle der Genossenschaft vorgelagert, während die etwas niedrigere und schlankere Gebäudezeile auf Baufeld A unmittelbar an der Gutstrasse liegt und rückwärtig mit einem Gartenpavillon für den Doppelkindergarten verbunden ist – zwei Nebenbauten, die laut Jury «einen fast archetypischen Ausdruck aufweisen». Die geometrische Ausdrehung des Kindergartens setzt diesen in Zusammenhang mit den beiden Egender-Bauten. 

Situationsmodell mit den Neubauten links und rechts der Gutstrasse

Gelobt werden auch die Wohnungsgrundrisse, die in beiden Häusern sehr offen, flexibel unterteil- und möblierbar sowie durch ihre zweiseitige Orientierung gut belichtet sind. Die Küchen sind bewusst an der belebten Strassenseite angeordnet, alle Wohn- und Schlafräume dagegen konsequent zur ruhigeren Seite orientiert. Dank repetitiven Grundrissstrukturen können beide Wohnhäuser als Holzelementkonstruktionen ausgeführt werden. «Trotz seiner knappen und etwas schematischen Darstellung», schreibt die Jury abschliessend, überzeuge der Beitrag «mit präzisen Aussagen zur städtebaulichen und architektonischen Einordnung und mit seinen bewährten und guten gemeinnützigen Wohnungen».

Ansicht einer Wohnung (Lütjens Padmanabhan Architekten und Caruso St John Architects)

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Kommentare

Betschart 09.12.2020 10:54
Liebes Winner Team Zuerst gratuliere ich zum Wettbewerbserfolg ! Zur gezeigten Ansicht einer Wohnung kann ich nur sagen, sieht aus wie eine Wohnung aus Plastik !!! Die sehr hohen Sockel sind sicher auch Holzimitat aus Plastik ! Habt weiterhin Sorge und bleibt gesund Herzliche Grüsse Karl Betschart
Andreas Konrad 13.12.2020 17:37
Wo bei den anderen Projekten das Raumprogramm protestantisch-massive Kisten gerierte, schafft es der Gewinner mit seiner « Zwiebackfassade » , den Mocken eine elegante, fast schon zerbrechliche Gestalt zu geben. Schön !
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