St.Gallen: Brachen an bester Lage. Fotos: Beni Blaser

St.Gallen: Chance des Stillstandes

Die Einwohnerzahl St. Gallens stagniert. Ist das ein Problem? Für die einen ja, für die anderen nein. Der Hochparterre Städtebaustammtisch diskutiert vor Ort, im Architektur Forum Ostschweiz.

St.Gallen wächst nicht. Dank Stillstand sind mehrere Areale an bester Lage bisher frei gebliebenen – auch entlang der im Talboden verlaufenden Bahngleise. Im Gegensatz zu anderen Städten hat sich die SBB hier als Grundeigentümerin verabschiedet und ihre Flächen der Stadt und dem Kanton St.Gallen verkauft.

Von Ost nach West handelt es sich um die Rangiergleise des Vorortsbahnhofs St.Gallen-St.Fiden, um das Areal «Bahnhof Nord» zwischen Fachhochschule und Lokremise und um den zwischengenutzten Güterbahnhof auf dem später ein zusätzlicher Autobahnanschluss gebaut werden soll. Am raschesten baureif ist die nahe am Gleis liegende Ruckhalde auf der früher die Appenzellerbahnen den Hügel hinauffuhren. Für zwei Areale, für St.Fiden und «Bahnhof Nord», existieren bereits Testplanungen. Sie zeigen hohes Nutzungspotenzial und ähneln darin den heute gängigen Grossüberbauungen. Für St.Fiden fordern Wirtschaftsvertreter sogar eine Überdeckung der Gleise.

Doch finden solche «Grand Projets» in einer stagnierenden Stadt überhaupt Investoren? Braucht St.Gallen diesen heute gängigen Städtebau? Wären die bisher frei gebliebenen Areale nicht eine Chance, die Stadt von öffentlichen Nutzungen her anders zu planen und zu entwickeln? Statt Stadtplätze als Restflächen zu gestalten, könnte hier von den Freiräumen her gedacht werden. Fänden nicht Quartierpärke oder Bauten mit öffentlichen Nutzungen leichter ihr Publikum als gängige Wohn- und Gewerbeneubaten? Deshalb die Frage: Welche Chancen bietet der Stillstand?

Darüber diskutieren am Hochparterre Städteubau-Stammtisch
- Architekturprofessorin Anna Jessen
- Stadtplaner Florian Kessler
- Entwickler Klauspeter Nüesch und
- Stadtsoziologin Joëlle Zimmerli

 

 

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen