Heute wird der Westast-Dialogprozess offiziell und feierlich beendet und der Schlussbericht veröffentlicht.

Nicht einverstanden

In Biel sind nicht alle zufrieden mit der Schubladisierung des Westasts. Zwei zentrale Forderungen seien nicht erfüllt, sagt die «IG Häb Sorg zur Stadt».

Heute um 17 Uhr wird der Dialogprozess zum Bieler Westast zwischen Kanton, Stadt und Bevölkerung feierlich beendet und der Schlussbericht mit Erkenntnissen und Empfehlungen veröffentlicht. Dass damit das kantonale Ausführungsprojekt für den Westast ad acta gelegt wird, sei ein Erfolg, schreibt die «IG Häb Sorg zur Stadt» in ihrer Medienmitteilung. Doch mit dem Abschluss ist sie nicht einverstanden. Der Schlussbericht gebe im Grunde zugleich wieder den Startschuss für die Planung weiterer Autobahn-Infrastrukturbauten. So kritisiert die IG, dass der Porttunnel als neuer «Zubringer Ostast» dennoch gebaut werden solle, um die Westastbefürworter sowie die Gemeinden Nidau, Port und Brügg zufriedenzustellen. «Die schwammige Formulierung der Empfehlungen öffnet Tür und Tor für weitere Monsterprojekte, die den Autoverkehr im Siedlungsgebiet fördern statt begrenzen. Die Westastbefürworter wollen nach wie vor eine «Vollendung der Umfahrung Biel» mit dem Referenzprojekt Westast.»

Tatsache sei, schreibt die Journalistin Gabriela Neuhaus von der IG in ihrem Blog, «dass nach wie vor ein vom Bundesrat genehmigtes und weiterhin gültiges Generelles Projekt existiert, das eine Autobahn zwischen Brüggmoos und Rusel vorsieht.» Weshalb fehle im Schlussdokument die Empfehlung, dass dieses Generelle Projekt vom Bundesrat aufzuheben sei? Stattdessen stehe der verhängnisvolle Satz, «Lücke im Nationalstrassennetz soll geschlossen werden.» Die IG fordert deshalb: «Auch das vom Bundesrat 2014 bewilligte Generelle Projekt muss zurückgezogen werden – diese Empfehlung fehlt aber im Schlussdokument.»

Die «IG Häb Sorg zur Stadt» distanziere sich von allen Abmachungen, die unsinnige Tunnelbauten befördern sowie künftige Anschlüsse im Siedlungsgebiet nicht ausschliessen. «Deshalb setzen wir unsere Unterschrift nicht unter ein Dokument, das uns dazu zwingt, oben genannte Planungsvorhaben gutzuheissen.» Man sehe die eigene Rolle darin, Stadt und Region Sorge zu tragen und die Anliegen der Bevölkerung ernst zu nehmen. Die IG werde auch künftig jegliche Erweiterungen der Strassenkapazitäten für den motorisierten Verkehr in der Region Biel-Seeland bekämpfen.

 

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