Wo geht's nach Santa Lemusa? Ein Plakat weist den Weg durchs Labyrinth des Triemlis.

Inselgrüsse vom Triemli

Das Kunst-und-Bau-Projekt das den Neubau des Bettenhochhauses des Züricher Stadtspital Triemli begleitet, ist eine vielfältige Plattform und hinterfragt den traditionellen Kunst-und-Bau-Begriff.

Kennen Sie die Insel Santa Lemusa? Sie hat viele tolle Gewürze, grosse Wasserfälle und eine schöne Nationalhymne zu bieten und liegt auf 44 W / 33 N im atlantischen Ozean. 15 transatlantische Inselgrüsse sind nun in den Gängen, Säälen und Gartenanlagen des Zürcher Stadtspitals Triemli zu sehen. An der Eröffnung der Ausstellung «Santa Lemusa im Triemli» vom 12. November wurden die 40 Vernissage-Gäste gleich eingebunden. Sie übten gemeinsam – musikalisch begleitet von den Lemuphones – die Nationalhymne, suchten mit einer Karte nach exotischen Tieren (welche aber nicht auffindbar waren), entdeckten ein Entenjagd-Boot im Trockenhafen und landeten am Schluss vor den Türen des temporären Gewürzladens in der Spital-Cafeteria bei scharfer Suppe und Bowle. Die wunderlichen Geschichten und Bilder rund um Santa Lemusa hat sich der Künstler Samuel Herzog im Auftrag der Stadt Zürich ausgedacht. Seine Geschichten, Dokumente und Videos sind Teil der «Kunst Station Triemli», dem Kunst-und-Bau-Projektes das den Neubaus des Bettenhauses beim Stadtspital begleitet. Von 2010-2020 reagieren verschiedene Künstler auf Bau, Spital und Alltag, das Budget beträgt rund eine Million Franken.

Herzog bringt mit «HOIO», so heisst seine fiktive Importfirma für Gewürze aus Santa Lemusa, die der hauptberufliche NZZ-Redaktor seit 2001 betreibt, eine sinnliche Ebene in die Kunst Station Triemli. Das Kunst-und-Bau-Projekt sieht keine Eingriffe in die Architektur vor, sondern will einen sozialen Raum eröffnen, will mit Aktionen zwischen Patentinnen Mitarbeitern und Besucherinnen vermitteln. An der Vernissage waren allerdings nur Freunde und Eingeweihte zu sehen, Patienten oder Spitalmitarbeiter bleiben aus.

Sichtbar, aber temporär ist die Kunst Station selbst, eine von der Londoner Künstler- und Architektinnengruppe public works entworfene mehrteilige Raumstruktur. Unsichtbar, aber ebenso wichtig, ist der virtuelle Raum, den die Kunst Station eröffnet. Auf ihrer Homepage werden die bis anhin entstandenen Audioarbeiten, Videos, Bilder, Texte oder Blogs öffentlich zugänglich gemacht und dokumentiert.

Die Insel Santa Lemusa bleibt bis Ende Januar im und um das Stadtspital Triemli sichtbar.

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Kommentare

Ralf Wilke 04.01.2019 20:09
Sehr geehrte Damen und Herren, gibt es eine Bezugsadresse für die Gewürze aus Santa Lemusa. Mit ganz herzlichen Grüssen Ralf Wilke
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Ich kann das Bild nicht lesen