Blick in den gemeinschaftlichen Hofraum Fotos: Herzog Architekten

Um den gemeinschaftlichen Hof

Herzog Architekten gewinnen den eingeladenen Wettbewerb für eine gemeinnützige Baugenossenschaft in Horgen. Dominik Herzog beantwortet unsere drei Fragen.

Herzog Architekten gewinnen den eingeladenen Wettbewerb für die gemeinnützige Neue Baugenossenschaft Horgen. Dominik Herzog beantwortet unsere drei Fragen.

Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Dominik Herzog: Abgeleitet von der bestehenden Siedlung gruppieren sich einzelne Gebäude um einen gemeinschaftlichen Hofraum, das räumliche Grundprinzip bleibt dabei erhalten. Neu sind die einzelnen Gebäude polygonale Körper, die die Aussicht in alle Richtungen vorbei an den Nachbarbauten ermöglichen. Die Fassaden drehen sich voneinander ab und der Bezug zum Aussenraum wird verstärkt. Die Sicht in den Hofraum, gegen den See und gegen Süden ist trotz erheblicher Verdichtung im Vergleich zum Bestand verbessert.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Der Ersatzneubau, wie schon der Bestand, hebt sich durch den gemeinschaftlichen Binnenraum von der Nachbarschaft ab. Bereits im heutigen Zustand weist die Anordnung eine städtebauliche Eigenständigkeit auf und unterscheidet sich deutlich von den Bebauungsmustern der Umgebung. Die neuen polygonalen Gebäude stärken den Zusammenhalt noch mehr und begünstigen nachbarschaftliche Beziehungen über die Grundstücksgrenzen hinaus. Die Umgebung ist geprägt von einer heterogenen Struktur aus Einfamilienhäusern und freistehenden Mehrfamilienhäusern. Die sieben Neubauten liegen im Massstab dazwischen und gehen dadurch allseitig verständliche Beziehungen zu den Nachbarbauten ein.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?

Die grösste Herausforderung stellte sich in der Abstimmung  der städtebaulichen Positionierung, der Gebäudegeometrie und den Anforderungen an die Wohnungen: Die komplexe Situation am Hang mit Seesicht im Norden hat dazu geführt, dass die gemeinschaftlichen Bereiche der Wohnungen auf mindestens zwei Seiten ausgerichtet sein müssen. Die genossenschaftlichen Vorstellungen vom Wohnen verlangen einfache und flexible Wohnungen mit Hofbezug. Ein dreiarmiger Wohnbereich, bestehend aus Entree, Wohnraum und Küche gliedert den Grundriss, nimmt die unregelmässigen Gebäudeformen auf und eröffnet spannende, diagonale Blickbeziehungen. Die Individualzimmer und Bäder sind im Gegensatz dazu rechtwinklig und einfach zu möblieren.

Neubau Baugenossenschaft Horgen

Projetwettbewerb im Einladungsverfahren mit sechs Teilnehmern für die Neue Baugenossenschaft Horgen
1. Rang
Herzog Architekten, Zürich; Mitarbeit: Dominik Herzog, Samuel Wüst, Damian Gysi, Jens Ullersperger; ASP Landschaftsarchitekten, Zürich
2. Rang
Gigon / Guyer, Zürich
3. Rang
Neff Neumann Architekten, Zürich
4. Rang
Archplan, Thalwil
Weitere Teilnehmer
Zindel Brönnimann Ferrario Architekten, Zürich
Scheller Talerico Architekten, Kilchberg

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