Blick von der Terrasse auf den zweiten Gebäudeflügel.

Haus mit Knick

Armin Benz Martin Engeler Architekten gewinnen den Wettbewerb für den Neubau der Arbeits- und Wohngruppe «Tandem» in Abtwil SG. Martin Engeler beantwortet unsere drei Fragen.



Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Martin Engeler: Die Konzentration der Aufgabe auf ein Gebäude, das sich in die Topographie einfügt. Der geknickte Bautypus widerspiegelt die zwei Nutzungen Beschäftigung und Wohnen und deren Bezug zum Freiraum. Diese Kombination in einem Gebäude wurde bewusst thematisiert, so dass der Sockel als Beschäftigungsteil von den beiden Wohngruppen überbaut ist. Die Bewohner werden hier durch das Korridorgefüge zu den einzelnen Zimmern geführt, so dass sich eine räumliche Erkennbarkeit ergibt, ohne stereotype Anreihungen mit Konfliktzonen zu schaffen.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Die besondere Lage im landwirtschaftlich genutzten Südhang, der bald von der wachsenden Wohnzone eingenommen wird, hat uns bewogen, das Gebäude markant zum landschaftlichen Kontext zu stellen. Das ursprüngliche Kinderheim, das mit dem Neubau ersetzt wird, wurde mit schmalen Terrassierungen in die Landschaft gefügt. Diese trapezförmig zugespitzte Parzelle mit dem vorgefundenen Terrainverlauf hat die Lösung einerseits erschwert und andererseits mitbestimmt. Dieses ungefähr fünfzigjährige Verwachsen in die Obstwiese soll erhalten bleiben.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Neben den vorgefundenen Begebenheiten, war das Eindenken in das Arbeiten und das Wohnen der zukünftigen Bewohner herausfordernd.

Neubau Arbeits- und Wohngruppe «Tandem», Abtwil SG

Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit sechs Teams für die Gemeinnützige und Hilfs-Gesellschaft der Stadt St. Gallen
– Weiterbearbeitung: Armin Benz Martin Engeler Architekten, St. Gallen, mit Pauli Landschaftsarchitekten, St. Gallen

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