Der Grünraum rund um den Neubau soll allen zur Verfügung stehen. Fotos: Maaars, Zürich (Visualisierungen)

Freiraum für Alt und Jung

Niedermann Sigg Schwendener Architekten gewinnen den Wettbewerb für das Alters- und Pflegeheim Länzerthus in Rupperswil. Thomas Schwendener beantwortet unsere drei Fragen.



Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Thomas Schwendener: Bei der Erarbeitung des Wettbewerbsprojekts stand für uns nicht die Frage einer architektonischen Erfindung sondern vielmehr die subtile Interpretation des Programmes im bestehenden, fast identitätslosen Kontext im Vordergrund.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Ausgangspunkt für die Erarbeitung des städtebaulichen Konzeptes war für uns die zentrale Fragestellung, welche Bedeutung die Bauten der öffentlichen Hand vor dem Hintergrund der allseitigen Verdichtung einnehmen sollen. Der Projektvorschlag verfolgt dementsprechend die Absicht, die gesamte Parzelle als einen zusammenhängenden, öffentlich zugänglichen Freiraum zu verstehen, der nicht nur den Bewohnern des Alters- und Pflegeheimes zur Verfügung gestellt wird, sondern auch der gesamten Bevölkerung von Rupperswil als Naherholungsraum dienen kann. Der Neubau selbst wird als polygonal versetztes Volumen vorgeschlagen, das ortsbaulich die Mitte der Parzelle besetzt und somit als Solitär in Erscheinung tritt. Die mehrfach abgewinkelte Gebäudeform sowie Volumenverschiebungen ermöglichen zu den benachbarten Wohnhäusern angemessene Abstände und gewährleisten so eine dem Ort und der Nutzung adäquate Massstäblichkeit.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Wie oft bei Planungsfragen im Bereich Alter und Pflege steht auch in diesem Projekt ein Raumprogramm mit einem umfangreichen Angebot im Erdgeschoss einem verringerten Flächenbedarf in den Obergeschossen gegenüber. Um zugunsten der Aussenraumflächen den erdgeschossigen Fussabdruck des Gebäudes zu beschränken, haben wir uns entschieden, die Abteilung für demente Bewohner in ein Hochparterre anzuheben und so die Anordnung der Gastro- und Lingeriebereiche im natürlich belichteten Untergeschoss zu ermöglichen. Diese Massnahme schafft gleichzeitig eine grössere Freiheit bei der Setzung der Volumetrie und gewährt den zentralen Erdgeschossnutzungen eine angemessene räumliche Überhöhung.

Alters- und Pflegeheim Länzerthus, Rupperswil

Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit acht Teams für das Alters- und Pflegeheim Länzerthus
– 1. Rang: Niedermann Sigg Schwendener Architekten, Zürich; Synaxis Bauingenieure, Zürich; 3-Plan Haustechnik, Winterthur;
– 2. Rang: Liechti Graf Zumsteg Architekten, Brugg; mit David & von Arx Landschaftsarchitektur, Solothurn
– 3. Rang: Oliv Brunner Volk Architekten, Zürich; mit Rotzler Krebs Partner Landschaftsarchitekten, Winterthur
– 4. Rang: Ackermann Architekt, Basel

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