Vertikale Wandleuchten in der Kapelle der Nuova Casa Sant’Agnese in Muralto. Fotos: Marcelo Villada Ortiz
Im Auftrag von Tulux

Ins gute Licht gerückt

In der Nuova Casa Sant’Agnese schuf Cristiana Guerra eine angenehme, einem klösterlichen Leben angepasste Atmosphäre. Dabei setzte sie auf eine Leuchte von Tulux.

In Muralto bei Locarno, mit schönem Blick auf die Stadt, die Magadinoebene und den See, liegt die Nuova Casa Sant’Agnese, der Neubau des Gemeinschaftshauses Sant’Agnese. In zwanzig Zimmern leben hier ältere Schwestern des Instituts der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz von Ingenbohl. Ihr Leben lang dienten sie an Schulen und Krankenhäusern im Tessin und verbringen nun ihren Lebensabend im neu errichteten Haus. Die Architektin Cristiana Guerra fügte das Gebäude behutsam in den Hang ein. Als Rückgrat hält ein zweigeschossiger, lang gestreckter Bauteil den Hang zurück und spielt den Platz frei für ein offenes Atrium und einen geschlossenen Hof. Um den Hof, der als Heilpflanzengarten gestaltet ist, sind u-förmig die Zimmer mit Aufenthaltsbereich aneinandergereiht. Die statische Struktur bestimmt den Rhythmus, sodass vor jedem Zimmer ein kleiner Treffpunkt entsteht.
 

Im Verbindungsbau hängen die Leuchten horizontal.

Am anderen Ende des gemeinschaftlichen Rückgrats steht, etwas abgerückt, die Kapelle, die die kleine Anlage im Westen fasst. Hier inszenieren präzise gesetzte Öffnungen das Sonnenlicht im Tagesverlauf. Am Morgen wird der Schatten einer alten Glocke an der Ecke des Gebäudes in die Kapelle hineinprojiziert. Zenitallicht beleuchtet den Tabernakel, der aus einer Kapelle der Kirche Sant’Eugenio stammt. Beton prägt das Äussere des Ensembles. Im Innern hat die Architektin die Materialien differenziert: Zum Beton gesellen sich homogene weisse Flächen an Decken und Wänden sowie Einbauten und Böden aus Holz. Die Kapelle ist ganz in Holz ausgekleidet.
 

‹Lean› erhellt auch das Treppenhaus.

Da in der Nuova Casa Sant’Agnese ausschliesslich ältere Schwestern wohnen, müssen die Räume gut ausgeleuchtet sein. Gleichzeitig soll die Beleuchtung nicht aufdringlich sein und eine angenehme Atmosphäre schaffen. Die Wahl der Architektin fiel auf die Leuchtenfamilie ‹Lean› von Tulux. ‹Lean› ist eine moderne, gleichmässig und rundum leuchtende Rohrleuchte mit schlichtem Design. Die Technik ist vollständig integriert – ohne sichtbare Konstruktionselemente oder technische Geräte, was nur mit der LED-Technik überhaupt erst möglich wurde.
 

Querschnitt

Obergeschoss mit Kapelle und Zimmern.

Die Leuchte ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich: als Decken- und als Wandleuchte, als horizontale und als vertikale Pendelleuchte. Weil ‹Lean› in der vertikalen Ausführung an eine Kerze erinnert, schien sie Cristiana Guerra für den Neubau besonders passend. In den gemeinschaftlichen Bereichen setzte sie ‹Lean› als horizontale Pendelleuchten ein, über den Esstischen sind sie vertikal abgehängt. Vertikal montierte Wandleuchten erhellen die Kapelle und die Zimmer, horizontale die Nasszellen und die Arbeitsräume. Die Architektin kennt die Firma Tulux zwar seit vielen Jahren, allerdings war sie ihr eher als Herstellerin klassischer Produkte bekannt. Umso grösser war die Überraschung, als sie das Modell ‹Lean› entdeckte. In Zusammenarbeit mit Mauro Montagner, dem lichttechnischen Berater im Tessin, entwickelte Guerra das Lichtkonzept für die Nuova Casa Sant’Agnese.
 

Blick aus dem Hof in das Innere des neuen Gebäudes.

Der Neubau setzt eine jahrzehntelange Tradition der Ingenbohler Schwestern an diesem Ort fort. Er steht wenige Meter hangaufwärts über dem seit bald fünf Jahren geschlossenen Hotel Sant’Agnese. Als Clinica Sant’Agnese war dieses früher weitherum bekannt – geführt vom Institut der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz von Ingenbohl. Noch in den 1960er-Jahren gehörten den Ingenbohler Schwestern acht Privatspitäler in der Schweiz. Nach Plänen des Architekten Bruno Brunoni war das alte Spital in Muralto 1935 umgebaut und um einen neuen Kranken- und Behandlungstrakt erweitert worden. In den 1950er-Jahren folgte ein nächster Anbau. Im Lauf der Jahre hatte die Clinica Sant’Agnese zwei besonders prominente Patienten: den Künstler Paul Klee und den Schriftsteller Erich Maria Remarque. Beide starben hier – Klee am 29. Juni 1940, Remarque am 25. September 1970.

close

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen