Einzigartigkeit im Eingangsbereich: Empfangstheke ‹ROBmade›. Foto: Nicole Rubitschon
Im Auftrag von Keller Systeme

Digitale Einzigartigkeit

Mit dem Produktionsverfahren ‹ROBmade› bringen Keller Unternehmungen die Möglichkeiten des digitalen Planungsprozesses in den Innenraum.

Dass das Digitale eine Ästhetik haben kann, wurde vielen Architektinnen und Architekten in der Schweiz 2006 bewusst, als sie die Fassade des Weinguts Gantenbein in Fläsch zu Gesicht bekamen. Die von den Architekten Gramazio & Kohler programmierte und vom Roboter der Keller Unternehmungen ausgeführte Ziegelfassade offenbarte eine aussergewöhnliche Schönheit. Die präzise Setzung des Klinkers erzeugt subtile Muster, die dem Gebäude eine sich im Licht laufend verändernde Anmut verleihen.


Fassade ‹ROBmade› beim Weingut Gantenbein im bündnerischen Fläsch. Foto: Ralph Feiner


Was in der Sonne der Bündner Herrschaft funktioniert, kann auch im Innenraum inszeniert werden. Seit einem Jahr bietet Keller das Verfahren ‹ROBmade›, das für die Fassade des Weinguts zum Einsatz gekommen war, auch für Designelemente im Innenbereich an. Empfangstheken oder Raumtrenner können im gleichen digitalen Prozess geplant und produziert werden. ‹ROBmade› ist Teil des neuen Geschäftsbereichs ‹ImRaum› der Keller Unternehmungen. «Wir entwickeln Arbeitswelten und Raumkonzepte von der Planung über die Ausführung bis hin zum Controlling», erklärt Janos Pütz, der diesen Bereich leitet. Um seinen Kunden einen umfassenden Service zu bieten, arbeitet Keller für die Möblierung mit dem italienischen Hersteller Quadrifoglio zusammen.


Die ‹ROBmade›-Elemente passen nahtlos in die BIM-Planung. Rendering: Keller Systeme


Der digitale Gestaltungsprozess steht auch Planerinnen, Innenarchitekten und Architektinnen offen. Keller stellt ihnen dafür mit ‹BrickDesign› ein kostenloses Plug-in für die 3-D-Modellierungssoftware Rhinoceros zur Verfügung. Wer will und weiss wie, kann die gewünschten Raumelemente also selbst gestalten. Am Computer kann jedes Teil ausgerichtet werden. So lassen sich beispielsweise Auskragungen und Abstände variieren. Das Programm übersetzt die gewünschten Formen, Drehungen oder Verschiebungen in ein digitales Modell, und der Roboter baut dieses eins zu eins in der physischen Welt. «Wer keine Zeit hat oder sich mit dem Tool unsicher fühlt, bekommt selbstverständlich den gewünschten Support oder überlässt uns die ganze Arbeit», so Pütz. Nicht nur Klinker, auch Holz oder Kork eignen sich für die Verarbeitung im ‹ROBmade›-Verfahren – im Prinzip kann jedes modulare Material eingesetzt werden.


Individuell gestaltete Raum-im-Raum-Lösung. Foto: Quadrifoglio Group

Systemwände schaffen Arbeitswelten. Foto: Nicole Rubitschon


Die Elemente werden von Keller vorgefertigt, auf der Baustelle sind sie danach schnell montiert. Und was modular gebaut wurde, lässt sich auch gut demontieren und sauber entsorgen. Gleichzeitig verbessern solche Elemente die Akustik und das Raumklima. In die Trennwandsysteme lassen sich Verbundlüfter integrieren: «In einer Stunde können 150 Kubikmeter Luft umgewälzt werden», meint Janos Pütz. «Der digitale Prozess vereint die Vorteile der Standardisierung mit einer individuellen Gestaltung. Raumelemente, die zum Beispiel im Eingangsbereich eines Firmensitzes für die Einzigartigkeit des Unternehmens stehen, lassen sich so effizient planen und produzieren», so der Bereichsleiter. Zudem passen die ‹ROBmade›-Elemente nahtlos in die BIM-Planung. «Keller verfügt über eine reiche Erfahrung in der Vorfertigung von Fassadenelementen», sagt Pütz im Rückblick auf Projekte wie das Weingut in Fläsch. «Diese Vorreiterrolle im Aussenbereich erweitern wir nun auf Raumelemente im Innern.»

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