Viele Wanderungen nimmt der durchschnittliche Sommertourist in Zermatt nicht unter die Füsse: Nach zwei Nächten reist er ab. Fotos: Werner Huber

«Von Mailand nach Paris über Zermatt»

Zermatt spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vor allem der Sommertourismus ist das Problem, schreibt die ‹Neue Zürcher Zeitung›. Aber der Ort setzt nach wie vor auf internationale Gäste.

Die ‹Neue Zürcher Zeitung› berichtet heute darüber, vor welche Herausforderungen die Corona-Pandemie Zermatt stellt. Für dieses Jahr rechnet der örtliche Tourismusverband mit einem Besucherrückgang von 40 Prozent. 2,2 Millionen Logiernächte verzeichnet der Ort pro Jahr, und fast jeder ist direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig. Fast 130 Hotels, fast alle in Familienbesitz, gibt es am Fuss des Matterhorns.

Das Problem sind vor allem die Ausflugstouristen im Sommer. Zwar kamen stetig mehr Touristen, doch wurde ihr Aufenthalt immer kürzer. Zwei Übernachtungen betrug der Durchschnitt im Sommer 2019. Darin ortet die ‹NZZ› ein strategisches Versäumnis. Es zeigten sich aber auch unterschiedliche Interessen: Den Bergbahnen reiche es, wenn die Touristen einmal aufs Kleine Matterhorn fahren, die Hotels hingegen müssten um jede Übernachtung kämpfen. «Ein Tag ist nicht genug», liess Tourismusdirektor Daniel Luggen auf Flyer schreiben, die die Touristen zum Bleiben motivieren sollen. Immerhin in den Sommerferienmonaten könnten die Schweizer die Einbussen aus dem Ausland wettmachen.

Doch grundsätzlich setzt Zermatt auf den internationalen Tourismus. So baut die Zermatt Bergbahnen AG zurzeit eine Verbindung vom Kleinen Matterhorn zur Testa Grigia. Damit wird das letzte Stück geschlossen, um mit der Bergbahn vom italienischen Breuil-Cervinia nach Zermatt zu fahren. Diese Seilbahn soll eine neue Reiseroute erschliessen, wie die ‹NZZ› schreibt: «von Mailand nach Paris – über Zermatt».


Weitere Meldungen:

– Die Credit Suisse hat bekanntgegeben, dass sie zwanzig Filialen schliessen wird. «Wir werden künftig weniger Filialen haben, aber nicht weniger Kundenberater», zitiert der ‹Tages-Anzeiger› CS-Chef Thomas Gottstein. Vor allem aber benötigt die Grossbank weniger Bürofläche. Zurzeit arbeiten rund 80 Prozent des Personals im Home-Office. Für die Zukunft rechnet Gottstein mit 10 bis 20 Prozent. Die UBS geht laut ‹Tagi› sogar von einem Anteil von 20 Prozent bis zu einem Drittel aus. ∞Wir können rund ein Fünftel der Büroflächen einsparen», meint CS-Chef Gottstein.

– Der Umsatz des Zementherstellers Lafarge-Holcim ist weniger stark eingebrochen als befürchtet: 10,8 Prozent beträgt die Umsatzeinbusse im ersten Semester 2020, schreibt heute die ‹Neue Zürcher Zeitung› Ähnlich sieht es beim deutschen Konkurrenten Heidelberg Cement aus. Der hohe Energieverbrauch für die Zementherstellung setzt die Firmen unter Druck, ökologischer zu produzieren. Dafür kommt nun mit Ecopact ein klimafreundlicher Beton auf den Markt, der aus rund einem Drittel wiederverwerteter Materialen bestehe. Dieser sei laut Lafarge-Holcim «zu 30 bis 100 Prozent ökologischer als herkömmlicher Beton».

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