Multimodale Mobilität heisst das Zauberwort. Fotos: Claudio Schwarz / Unsplash

Die Erklärung von Emmenbrücke

Dank neuer Verkehrsdrehscheiben sollen Pendlerinnen das Auto stehen lassen, berichtet die NZZ. Weiter in der Presse: Das Swiss Center for Design and Health in Bern und das Maison de l’environnement in Lausanne.

Kaum zu glauben, aber wahr: Noch immer pendelt der Grossteil der Schweizerinnen und Schweizer mit dem Auto zur Arbeit. Wie die NZZ berichtet, will der Bund nun mit neuartigen Verkehrsdrehscheiben den öffentlichen Verkehr, das Velofahren und den Fussgängerverkehr fördern. Wachsende Pendlerinnen- und Pendlerströme liessen sich nur so bewältigen. Denn ein Ausbau der Strasseninfrastruktur kommt nicht in Frage, weil dafür erstens kaum noch Platz ist, auch nicht in den Agglomerationen, und das Stimmvolk neue Strassen oft ablehnt.

Mit den neuen Drehscheiben sind gut erschlossene Umsteigepunkte in den Agglomerationen gemeint, die verschiedene Verkehrsmittel vernetzen. Man stellt sie sich nicht als Parkplätze mit Bahnanschluss, sondern als lebendige Orte vor mit Läden, Restaurants und Büros vor.

Emmenbrücke gilt bereits als Vorzeigebeispiel: Eine Drehscheibe gewährleiste in der stark wachsenden Gemeinde die Anbindung an das Zentrum Luzern. Ähnliche Drehscheiben existieren etwa auch in Bern-Wankdorf, Bern-Brünnen oder Rotkreuz. Die NZZ warnt allerdings: «Gelingen dürfte die Idee nur, wenn für die Pendler mit dem Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr ein Zeit- oder Kostengewinn verbunden ist. Dies umso mehr, weil Pendler das Umsteigen in der Regel als verlorene Zeit betrachten.»
Gestern Donnerstag unterzeichnete Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga mit Vertretern von Kantonen, Städten und Gemeinden die «Erklärung von Emmenbrücke», um den Bau der Umsteigeorte voranzutreiben. Man bekräftigte, Siedlungs- und Verkehrsplanung noch gezielter aufeinander abzustimmen. 


Weitere Meldungen:

– Der Berner Grosse Rat hat 22 Millionen Franken gesprochen als Anschubfinanzierung für das «Swiss Center for Design and Health in Bern». Das Zentrum soll untersuchen, wie Design zu Gunsten der Gesundheitsversorgung eingesetzt werden kann. Es ist Ergebnis einer Private-Public-Partnership zwischen der Berner Fachhochschule, Uni Bern, die Insel-Gruppe, Krankenkasse Visana sowie weiteren Unternehmen und Forschungsinstitutionen. Der Bund berichtet.

– Integrierte Stadt- und Verkehrsplanung in der Agglomeration: Die Gemeinde Allschwil will mit dem Projekt Masterplan Entwicklungsschwerpunkt Binningerstrasse Mischnutzungen ermöglichen entlang der Strasse sowie einen Grünraum. Das Projekt stammt von Herzog&de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten und ging aus einer Testplanung hervor. Doch Widerstand ist garantiert: SVP und AVP monieren, das Gewerbe könnte verdrängt werden. Die Debatte geht demnächst an einer öffentlichen Informationsveranstaltung weiter. Die Basler Zeitung berichtet.

– In Lausanne wurde das «Maison de l'environnement» eingeweiht. Das nachhaltige Holzhaus stammt vom Lausanner Architekten Jean-Baptiste Ferrari, der den Wettbewerb gewann. Die Künstlerinnen Claudia und Julia Müller lassen ein Faultier von der Decke hängen. 24 Heures berichtet.

– «Klimaschutz ist Teamsport»: WWF-Chef Thomas Vellacott und Economiesuisse-Präsident Christoph Mäder debattieren in der NZZ über Netto Null, Kernkraftwerke, Wachstum und CO2.

– Zum Schluss etwas fürs Wochenende: Der Tages-Anzeiger hat sieben «Holz-Hotels» gelistet. Mit dabei sind zum Beispiel das Waldhaus/Holz100 auf der Bettmeralp, die Bever Lodge im Oberengadin, das Berghuus Radons in Savognin oder das Chiene Hus im Kiental.

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