Das geplante Provisorium im Spitalpark. Fotos: nightnurse images

Der Uni-Modulbau kommt

Der Zürcher Stadtrat verweigerte dem Kanton die Baubewilligung für ein Provisorium im Spitalpark. Nun kippte das Baurekursgericht den Entscheid, meldet die ‹NZZ›.

Lang und breit wurde das Thema in den Medien besprochen: Das Zürcher Universitätsspital braucht Rochadeflächen für die geplante Sanierung und Erweiterung der Kliniken. Ein temporärer Modulbau soll sie während 20 Jahren im Spitalpark zur Verfügung stellen und auch Intensivstationen für Unfallchirurgie und Brandverletzte aufnehmen. Letzten Oktober hatte die dreiköpfige Bausektion des Stadtrats die Baubewilligung hierfür verweigert. Sie beurteilte das Vorhaben in der Freihaltezone als nicht bewilligungsfähig und sah die denkmalpflegerisch wertvolle Parkanlage von Gustav Ammann aus den Fünfzigerjahren vor der Zerstörung. Der Kanton focht den Entscheid an.
Nun ist die Geschichte einen Schritt weiter, denn gestern gab das Baurekursgericht dem Kanton recht. Laut ‹NZZ› sei der Eingriff zwar als schwerwiegend, aber gerechtfertigt beurteilt worden. Die begrenzte Dauer von 20 Jahren rechtfertige den Bau auch aus denkmalpflegerischer Sicht, zumal die Stadt für die Würdigung der überkommunal bedeutenden Spitalanlage garnicht zuständig sei. Auch beim Aspekt der Freihaltezone, wo die Stadt zuständig sei, komme das Baurekursgericht zu einem anderen Schluss als der Stadtrat. Laut ‹Tages-Anzeiger› findet es «nicht nachvollziehbar», wie die Stadt auf 7'500 Quadratmeter beanspruchte Fläche komme, wo es doch höchstens 4'000 seien.
Die ‹NZZ› kommentiert die Entwicklung pointiert: «Der Stadtrat getraute sich nicht, eine Güterabwägung zwischen der Versorgung schwerverletzter Menschen und der provisorischen Zweckentfremdung von Grünraum vorzunehmen». Nun habe das Baurekursgericht dem Zürcher Stadtrat «in aller Deutlichkeit den Kopf zurechtgesetzt» und die stadträtlichen Belehrungen der Standortwahl kritisiert, die «in ausserordentlichem Masse spezifisches Fachwissen und Kenntnis der bestehenden Spitalstrukturen und Abläufe» voraussetze. Dessen angesicht werfe der Entscheid nun «ein unvorteilhaftes Licht auf das Selbstverständnis des Gremiums. Es wird sich gut überlegen müssen, ob es das Urteil weiterzieht.»

Sowohl die Stadt als auch der Heimatschutz machen diesbezüglich keine Aussagen. Die kantonale Baudirektion und das Unispital bekundigen jedoch Gesprächsbereitschaft.

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– Nachhaltigkeit überall: Die ‹Basler Zeitung› ortet eine drohende Niederlage für Doris Leuthards Projekt von einer grünen Wirtschaft. Diese muss Gegenwind erhalten in der gesättigten Schweiz, die laut ‹NZZ› mit 694 Kilogramm Kehricht pro Kopf europaweit an der Spitze liegt. ‹Die Wochenzeitung› berichtet über die Herausforderungen des Einzelnen, der «viele Informationen und viel Zeit» braucht, um bewusst zu konsumieren, weshalb die Politik «Unternehmen besteuern und soziale und ökologische Standards durchsetzen» solle. Wenn man Peter Sloterdijk glaubt, ist organisierte Verantwortungsübernahme unumgänglich. ‹Die Weltwoche› bespricht sein neustes Werk «Die schrecklichen Kinder der Neuzeit». Darin geht der Promi-Philosoph von «neu-labilen Subjekten» aus, die sich als «die grössten Individualisten aller Zeiten» sähen, schlussendlich aber davon ausgängen, dass es «einen anonymen Dritten gibt, der sie auffängt».

– Mit der Absicht, regionale Transportunternehmen zu privatisieren, nehme sich die öffentliche Hand aus der Verantwortung, für die steigenden Kosten im Schienenverkehr eine Lösung zu finden. In der ‹Basler Zeitung› kritisiert Michael Wüthrich, Präsident der Basler Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission die Pläne des Bundes.

– Heimatschutz versus Verdichtung: «Der Aufwand für Ortsplanungen wird steigen», ist Lukas Bühlmann überzeugt. Der Direktor der Vereinigung der Landesplanung spricht in der ‹NZZ› über Ansätze, «baulich Gewachsenes und die effizientere Ausnützung des Bodens in Einklang zu bringen».

– «Laufsteg am Trevi-Brunnen», titelt die ‹NZZ› über die Restauration eines der berühmtesten Denkmäler Roms. Diese kann aus nächster Nähe und per Webcam verfolgt werden. Amüsant: Für den berühmten Münzwurf wurde vor den Treppen eine kleine Wanne aufgestellt, trotzdem werfen die Touristen weiterhin Geldstücke ins leere Bassin.

– Architekturmodelle sind nicht nur Planungs- und Präsentationsmodelle, sondern zunehmend auch Instrumente von Gesellschaftskritik. Die ‹NZZ› bespricht das Buch «Was Modelle können. Eine kleine Geschichte des Architekturmodells in der zeitgenössischen Kunst.»

– In Locarno verwandelte Architekt Franco Moro ein Dreifamilienhaus in ein Museum für Nachkriegsmoderne. «Dieser Herausforderung stellte sich Moro mit Bravour und verwandelte den Altbau in einen kunstvollen Schrein», findet die ‹NZZ›.

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Kommentare

hane fischer-liu 17.07.2014 18:26
....so sieht ein Provisorium aus ?....leider kein egender...
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Ich kann das Bild nicht lesen