Basel möchte mit einer Zonenplanrevision in den nächsten 10 Jahren 3400 neue Wohnungen ermöglichen. Fotos: BVD (via zonenplan.bs.ch)

Basel gespalten

Zwölf hohe Wohntürme teilen die Stadt angesichts der geplanten Zonenplanrevision in zwei Lager. Doch selbst wenn die Vorlagen angenommen würden, seien 3400 neue Wohnungen in zehn Jahren laut ‹Basler Zeitung› zu wenig.

Zuletzt gaben die Fusionsgedanken beider Basel zu reden und zu schreiben, nun schreibt die ‹Basler Zeitung› über Basel als «gespaltene Stadt». Diskussionen um die geplante Zonenplanrevision teilen die Stadt in zwei Lager. Die ‹Basler Zeitung› spricht von einem «gesunden Kompromiss», von Wohnraum für 3400 neue Einwohner in den nächsten Jahrzehnten und über 100 Hektar ausgesondertes Naherholungsgebiet. Das reiche SVP, Grünen und Anwohnern der vier Entwicklungsgebiete (Nordwest, Walkeweg, Süd und Ost) aber nicht, die zunächst Baulandreserven aktivieren möchten, die es «in einzelnen Tranchen über die Stadt verteilt noch zuhauf» gebe. Besonders umstritten ist neben den Bauvorhaben der Christoph Merian Stiftung beim Bruderholz im Süden der Stadt auch die geplante Überbauung beim Rankhofareal im Osten der Stadt, wo die Zonenplanrevision bis zu zwölf gegen 75 Meter hohe Wohntürme anstelle heutiger Familiengärten vorsieht. Die Gegner sehen das Stadtbild gefährdet, zudem würden Türme Ghettos mit Sozialfällen schaffen. «Nicht einmal Expats würden gerne in ihnen leben und schon gar keine Familien». Die ‹Basler Zeitung› prognostiziert den Vorlagen einen schweren Stand und schliesst: «Falls das Stimmvolk am 28. September die beiden Entwicklungsgebiete ablehnt, könnte nur für 2000 Menschen anstatt für 3400 Wohnraum realisiert werden.» Was das bedeutet, erläutert ein weiterer Artikel über Basels Wohnbaubtätigkeit des letzten Jahrzehnts. Statt 5000 geplanten Wohnungen von 1999 bis 2009 seien bloss 1081 gebaut worden, seitdem rund Tausend weitere. Und selbst wenn die 3400 Wohnungen der Zonenplanrevision möglich würden sei das zu wenig. Stadtentwickler Thomas Keller geht davon aus, dass im nächsten Jahrzehnt 4400 neue Wohnungen nötig sind.

Weitere Meldungen:


– Als «Sozialexperiment mit offenem Ausgang» bezeichnet der ‹Tages-Anzeiger› die Genossenschaft Kalkbreite und widmet ihr eine Serie längerer Artikel. 250 Bewohner und ebenso viele Arbeitende gingen miteinander auf Tuchfühlung nach dem Prinzip «mehr unser, weniger mein».

– Keramiker Max Laeuger zählt zu den Klassikern des Jugendstils. In der Gesamtschau «Gesamt Kunst Werk» wandelt das Badische Landesmuseum in Karlsruhe auf den Spuren des «Universalkünstlers». Die ‹NZZ› war dort.

– «Planung für Stauffacher neu aufgegleist», titelt die ‹NZZ› über den vom Zürcher Stadtrat erhöhten Projektierungskredit für die Umgestaltung der Tramhaltestelle. Er möchte eine billigere Sanierungsvariante ausarbeiten lassen.

– 75 Jahre nach der Schweizer Landesausstellung 1939 rollt nicht nur die grosse mediale Rückschau übers Land, sondern auch ein «Landi»-Zug der Berner Alpenbahnen. Das «rollende Denkmal» gilt laut ‹NZZ› als Urvater des heute im Regionalverkehr üblichen Bahnmaterials und war seiner Zeit weit voraus.

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