In den Ausstellungsräumen des Basler Museum der Kulturen sind akustische Anpassungen nötig. Fotos: © Herzog & de Meuron Basel

«Aussen fix und innen nix»

Zähneknirschend bewilligte der Basler Grosse Rat gestern 1.5 Millionen Franken, um das von Herzog & de Meuron umgebaute Museum der Kulturen zwei Jahre nach der Wiedereröffnung nachzurüsten.

Vor kaum zwei Jahren wurde das von Herzog & de Meuron tiefgreifend umgebaute Basler Museum der Kulturen wieder eröffnet. Dass manche Dinge erst im Betrieb klar werden und bauliche Anpassungen nötig werden, ist kein Sonderfall und so verhandelte der Basler Grosse Rat gestern über 520'000 Franken für akustische Verbesserungen sowie 1.06 Millionen Franken für audiovisuelle Medien und Beleuchtungssysteme. Zähneknirschend aber klar wurden die Kredite schliesslich mit 14 zu 69 Stimmen klar angenommen.
Wie die «Basler Zeitung» berichtet, herrschte Unmut im Grossen Rat. So sprach sich die SVP dafür aus, nur den Akustik-Kredit zu bewilligen, da die anderen Massnahmen «für das Museum nicht überlebensnotwendig» seien. Auch Heidi Muck vom Grünen Bündnis fand klare Worte: «Wir sind nicht begeistert von der Arbeit, die Herzog & de Neuron abgeliefert haben. Aussen fix, innen nix.» Man habe sich von Stararchitekten blenden lassen, das Museum hierfür abzustrafen und die beantragten Kredite abzulehnen, sei dennoch nicht zielführend. Dieter Werthemann kritisierte im Namen der Grünliberalen, dass die Mängel schon während der Bauzeit bekannt gewesen, die Planerhaftung durch die dennoch erfolgte Bauabnahme jedoch verwirkt sei. Erfolglos beantragte er die Rückweisung.

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