Perimeter Gestaltungsplan Thurgauerstrasse, Teilgebiete A und C-F (rot umrandet), mit Richtprojekt, Ansicht Ost

Städtebau geht heute anders

Da lobt die Stadt Zürich für jeden Kiosk einen Architekturwettbewerb aus, aber für die grosse Baulandreserve an der Thurgauerstrasse begnügt sie sich mit einer Testplanung. Eine Stimmempfehlung.

Am Anfang standen die üblichen salbungsvollen Worte. «Ein lebendiger Quartierteil, gute Durchmischung, gemeinnützige Wohnungen, 2000-Watt-Gesellschaft», dazu Gewerbeflächen, ein Quartierpark, das dringend nötige Schulhaus. Mit «einfachen Besitzverhältnissen als günstige Ausgangslage für nachhaltige und innovative Nutzungsformen und eine qualitätsvolle Verdichtung.» Das schrieb der damalige Direktor des Amts für Städtebau Patrick Gmür 2015 im Vorwort zum Bericht über die Testplanung Thurgauerstrasse West in Zürich-Leutschenbach. Inzwischen liegt der Gestaltungsplan vor und Zürich stimmt in einer Woche darüber ab. Für die Meinungsbildung lohnt sich der Blick auf das damalige Verfahren. Es ist schon erstaunlich: Da lobt die Stadt für fast jeden Kiosk einen Architekturwettbewerb aus, oft einen offenen – aber für die Zukunft einer ihrer letzten grossen Baulandreserven begnügte sie sich mit einer Testplanung auf Einladung (Teams unten). Die Architekten gestalten die Stadt Meili, Peter lieferten zuverlässig eine starke Form. Sie sollen ihren Vorschlag schon an der ersten Besprechung mit einem Nussbaum-Modell präsentiert haben – se non è vero, è ben trovato. Die Belgier 51nE4 dagegen stellten zuerst vor allem Fragen. Was ist das für ein Ort, wer soll hier leben, wer soll dabei mitreden? Liebes Zürich, was möchtest du, was brauchst du? Meier Hug gingen irgendwo dazwischen unter. Aus dem Fazit zu Meili, Peters Projekt spricht die damalige Haltung des Amts für Städtebau. Schwelgerisch heisst es: «Eine kraftvoll zusammenhängende urbane Grossform, gleichzeitig komplex zusammengefügte Komposition und Versatzstücke (…). Eine klare und eigenständige städtebauliche Idee, die zu einer starken und selbsttragenden Identität des Areals führt.» Das Lob der Fo...
Städtebau geht heute anders

Da lobt die Stadt Zürich für jeden Kiosk einen Architekturwettbewerb aus, aber für die grosse Baulandreserve an der Thurgauerstrasse begnügt sie sich mit einer Testplanung. Eine Stimmempfehlung.

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