Ein erstes Fazit der Stadtlandschau

Ein erstes Fazit der Stadtlandschau

In kluger Weise hat die Jury für die Stadtlandschau ein bodenständiges empirisches Verfahren gewählt. Sie gab keine theoretischen Kategorien im Ausschreibungsraster vor, sondern rief die ganze Breite der Projekte zusammen, die sich in den Augen ihrer Autorinnen exemplarisch um Stadtentwicklung oder Dorfplanung kümmern.

92 Gemeinden, Planungsbüros und Stadt- und Kantonsämter nahmen sich die Mühe, ein Vorhaben einzureichen, das nicht allein gut gemeinte Absicht, sondern mindestens Projekt mit erstem Resultat ist. Die Vielfalt ordnend formte die Jury die vier Thesen «Verbinden», «Beleben», «Pflegen» und «Vermitteln» als Diagnose zum Stand der Planung in der Schweiz. Und sie lud zu jedem Thema zwei bis drei Ausführungen ein, sich in Winterthur zu präsentieren – neun insgesamt. Sie setzt damit als Theorie unter die Planung vier Beine, stabil und gleichsam exquisit wie ein elegant geschreinerter Tisch. Diese vier Themen geben dem Planungsdiskurs Schweizer Stallgeruch, weil sie den aktuellen politischen Diskurs aufnehmen und die Konfliktlinien im Land des Überflusses und Immer-Mehr zeigen. Sie sind handfest, melancholisch und skeptisch. Die hoch fahrenden theoretischen Rhetoriken der akademischen Planungsrede fehlen. Die weiten Würfe sind im Schilf gelandet. Facettenreich sind in der Stadtlandschau unterschiedliche Schweizen versammelt  – Reichtum an Gedanken und an Geld; komplexe Mitbestimmungsmodelle, skeptischer Kleinmut; teure Perfektion und die Vielfalt von gross angelegten Stadtbauprojekten, wie der imposanten Erfolgsgeschichte der Glatttalbahn bis zum Ausstellungs- und Diskursvorhaben «Bauen auf dem Dorf», das vor einem Jahr in Appenzell Ausserhoden eingerichtet worden ist. Die neunfache Vielfalt hat die Schönheit, dass sie nicht systematisiert werden kann. Die Jury hat lustvoll Aepfel mit Birnen verglichen. Und sich für Formen und für Essenzen interessiert: Wie können im politisch und technisch hoch entwickelten Prozess der Stadtentwicklung und der Dorfplanung Werte wie «Erfindung», «Neugier», «Haltung» oder «Ideologie» fest gemacht werden? Wie kann man im Geflecht all den Partizipationen überhaupt noch einen Schritt tun? Und neugierig war die Jury in Winte...
Ein erstes Fazit der Stadtlandschau

In kluger Weise hat die Jury für die Stadtlandschau ein bodenständiges empirisches Verfahren gewählt. Sie gab keine theoretischen Kategorien im Ausschreibungsraster vor, sondern rief die ganze Breite der Projekte zusammen, die sich in den Augen ihrer Autorinnen exemplarisch um Stadtentwicklung oder Dorfplanung kümmern.

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