Striche, Farben, Kreise – das Raumkonzept Schweiz von 2012 als Beziehungsmodell

Bravo! Bund, Kanton und Gemeinden reden über Raum

Das Raumkonzept Schweiz wird zehnjährig. Renovieren wir es! Vorab eine Wissensdusche. Was ist das nationale Raumkonzept und wofür soll es gut sein? Und was sind die wichtigsten Kritikpunkte?

Bis in die Sechzigerjahre war Raumplanung ein Fremdwort in der Schweiz, verbunden mit Sozialmusverdacht. Gewiss – zahllose Gesetze in Bund, Kanton und Gemeinden haben den Raum Schweiz seit eh gestaltet. Ohne Koordination, ohne räumliche Ziele. Langsam nur fanden die langjährigen Bemühungen die räumliche Entwicklung zu koordinieren, Ausdruck in einem Verfassungsartikel für eine Raumordnung Schweiz. 1969 haben ihn die Stimmbürger angenommen. Er war geprägt von den landesplanerischen Leitbildern, die das Institut für Orts- Regional- und Landesplanung (ORL) an der ETH Zürich entworfen hatte: Einer «Darstellung eines wünschenswerten Zustandes, der durch zielbewusstes Handeln und Verhalten erreicht werden kann». 1971 erschienen sie dreibändig. 1973 stellten Chefbeamte des Bundes das Entwicklungskonzept CK 73 mit einer klaren Hierarchie vor: Agglomerationen, Städte und Gemeinden. Dieses Konzept wurde nie umgesetzt. Erst mit den «Grundzügen der Raumordnung Schweiz» schuf der Bund 1996 eine materielle und strategische Grundlage, um seine raumbedeutsamen Tätigkeiten zu ordnen. Es war das Bild einer Schweiz als vernetzte Stadt mit der Bahnhofstrasse Zürich als Einkaufs- und Bankenmeile, dem Bundeshaus in Bern, dem Messeplatz in Basel, dem Diplomatenviertel in Genf und der SBB als Tram zwischen den Quartieren. Ein Monopoly – die Stadt Schweiz als Konkurrent zu den anderen Grossstädten Europas. Die Bahn 2000 mit dem Taktfahrplan hat etliches von diesem Bild Tatsache werden lassen. Aus heutiger Sicht fällt auf: die Schweiz wurde noch in den späten 90-er Jahren als Insel gedacht. Die Vernetzung «ihrer grossstädtischen Agglomerationen mit internationaler Bedeutung» mit den europäischen Metropolen interessierte nicht. Und laut tönten die Kampfrufe aus dem Wallis und dem Bündnerland: Wir sind nicht die Indianerreservate der Stadt Schweiz. Raumkonzept 2012 2005 veröffentl...
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Das Raumkonzept Schweiz wird zehnjährig. Renovieren wir es! Vorab eine Wissensdusche. Was ist das nationale Raumkonzept und wofür soll es gut sein? Und was sind die wichtigsten Kritikpunkte?

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