280 Planerinnen und Architekten rufen die Schweizer auf, der Zersiedelungs-Initiative am 10. Februar zuzustimmen. Fotos: Ralph Feiner

280 Architektinnen und Planer für die Zersiedelungs-Initiative

280 Planerinnen und Architekten rufen die Schweizer auf, der Zersiedelungs-Initiative am 10. Februar zuzustimmen.

280 Architektinnen und Planer rufen die Schweizerinnen und Schweizer in einem «Offenen Brief» dazu auf, der Zersiedelungsinitiative am 10. Februar zuzustimmen – und täglich werden es mehr. Landschaftsarchitektinnen, Kantonsplaner, Architekten, Verkehrsplanerinnen aus allen vier Landesteilen; Leute wie Mario Botta, Rita Illien, Christoph Gantenbein, Astrid Staufer und 280 mehr stellen sich damit auch gegen die harsche, negative Stellungnahme der Verbände SIA, BSA, BSLA und FSU. Unter den Unterzeichnern sind auch solche, die in den Verbänden wichtige Rolle spielen und spielten als Vorstände, Verleger oder ehemalige Geschäftsführer. Die Liste zeigt, wer dabei ist. Planerinnen und Architekten, die den Aufruf auch unterstützen wollen, können dies mit einem Mail an gantenbein@hochparterre.ch tun. Die Liste wird laufend erweitert.

Zersiedelung stoppen, nicht verlangsamen

Die Botschaft des Aufrufs: «Alle sind wir unterdessen für die Verdichtung, doch immer noch wird in der Schweiz pro Sekunde ein Quadratmeter Landschaft überbaut. Wem die Siedlungsentwicklung nach innen mehr ist als ein Lippenbekenntnis, der wird der Zersiedelungsinitiative zustimmen. Wer sie ablehnt, ist mit dem Landschaftsfrass einverstanden. So einfach ist das.» Die neue Raumplanungsministerin Simonetta Sommaruga hat in den Zeitungen am Sonntag gegen die Initiative geredet. Das Nötige gegen den Landschaftsfrass sei getan. Das ist nicht so. Selbstverständlich würdigen die Unterzeichnerinnen die Aussichten des kürzlich renovierten Raumplanungsgesetzes (RPG 1) und sie sind sicher, dass die Initiative ihm Schub und Kraft geben wird. Doch es gilt: «Wir müssen die Zersiedelung stoppen, nicht verlangsamen.»

Anstifter des «Offenen Briefes» sind Köbi Gantenbein, Chefredaktor von Hochparterre, Uli Huber, ehemaliger Chefarchitekt der SBB, Benedikt Loderer, Stadtwanderer, und der Raumplaner Philipp Maurer.

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Kommentare

Alex Schneider 23.01.2019 08:03
Zersiedelungs-Initiative JA: Nötig, aber unzureichend! Wenn die Kompensation einer Einzonung in die Bauzone in der gleichen Gemeinde oder Region erfolgen müsste, könnte man der Initiative ohne Bedenken zustimmen. Kompensationen von Einzonungen in der Agglomeration durch Auszonungen im ländlichen Raum vernichten hingegen wertvollen Grünraum in der auf Erhaltung von Grünraum angewiesenen Agglomeration. Im peripheren ländlichen Raum besteht eh kein Nachfragedruck. Auszonungen sind dort relativ problemlos durchsetzbar. Noch schlimmer sind allerdings die geltenden Rechtsvorschriften. Bei diesen sind gar keine Kompensationen vorgesehen. Die Gemeinden im nachfragestarken Mittelland werden heute sogar via kantonale Richtpläne gezwungen, Ausnützung und Bauzonen den überrissenen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzzielprognosen von Bund und Kantonen anzupassen. Trotzdem: Wenn wir unser Kulturland –insbesondere im Mittelland - erhalten wollen, sind wir darauf angewiesen, bei wachsenden Bevölkerungs- und Arbeitsplatzzahlen und zunehmendem Wohnflächenanspruch, die Besiedlung zu verdichten. Es ist der Preis für jahrzehntelanges Laissez-faire bei der Zuwanderungspolitik. Was tun, wenn man weder Zersiedelung noch Verdichtung will? Sich gegen Einzonungen und übermässige Verdichtung auf allen Staatsebenen wehren, masslose Zuwanderung bekämpfen und Flächenverbrauch besteuern.
hansfischerliu 23.01.2019 21:57
JA: nötig
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