Wie die Teile eines Bausatzes fügen sich Porzellanplatten, Zylinder und Quader zu einem Ganzen. Fotos: Fabian Häfeli

Teilchenmodell

Für seine Vasenserie ‹A.Part› hat der Berner Keramiker Laurin Schaub mit dem 3-D-Drucker und dem CNC-Lasercutter verschiedene Werkzeuge entwickelt, um industrielle Fertigungsverfahren adaptieren zu können.

Eng drängen sich schlanke Quader, Rohre und Platten aneinander. Sie erinnern an Fabriken oder Hochhauszeilen im Miniaturformat, bloss das Royalblau und die zarten Kaugummitöne wollen nicht recht dazu passen. Ihre geometrische Formensprache steht in Kontrast zum Material, aus dem sie gefertigt sind: Porzellan. «Mich interessiert, wie sich neue Technologien im Keramikhandwerk nutzen lassen», erklärt Laurin Schaub. Der Berner Keramiker wollte sich für seine Vasenserie einer neuen, von der Industrie inspirierten Ästhetik annähern. ###Media_2### ###Media_3### ###Media_4### Mithilfe eines 3-D-Druckers und eines CNC-Lasercutters hat er verschiedene Werkzeuge entwickelt, um industrielle Fertigungsverfahren adaptieren zu können. So ist eine Reihe von Hohlkörpern und reliefierten Flächen entstanden, die zusammen eine Art Bausatz bilden. Der Keramiker arrangiert die einzelnen Teile zu Gruppen, kürzt sie mit einer Diamantsäge auf das richtige Mass und fixiert sie mit Epoxidharz. Damit sie visuell nicht zu einem grossen Ganzen verschmelzen, setzt er klar definierte Abstände und glasiert sie vor dem Verkleben. So bleibt jedes Element eigenständig in Form und Farbe. Manche der Oberflächen sind marmoriert, andere von terrazzoartigen Sprenkeln durchzogen – beide Techniken hat Schaub über Jahre entwickelt. Die Ensembles verkörpern den Gedanken, dass nichts als grosses Ganzes existiert, ohne aus kleinen Einheiten zusammengesetzt zu sein. «Dieses Prinzip lässt sich auf fast alles anwenden», so der 39-Jährige, «auf soziale Strukturen genauso wie auf Biologie oder Physik.» Mit seinem poetischen Spiel will er eine abstrakte Perspektive auf die Gleichzeitigkeit von Verbundensein und Getrenntsein eröffnen. ###Media_5### ###Media_6### ###Media_1### Bis eine Vase fertig ist, vergehen mehrere Wochen. Erhältlich sind die Unikate nicht im Handel, sondern in Designgalerien wie der ...
Teilchenmodell

Für seine Vasenserie ‹A.Part› hat der Berner Keramiker Laurin Schaub mit dem 3-D-Drucker und dem CNC-Lasercutter verschiedene Werkzeuge entwickelt, um industrielle Fertigungsverfahren adaptieren zu können.

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