Sylvain Aebischers «Ring Rug» erklärt Raumgrösse und Farbigkeit Fotos: ECAL

Le Corbusier als Auftraggeber: ECAL in der Villa Le Lac

Sechzehn Studierende der ECAL durften für die frisch renovierte Villa Le Lac in Corseaux Objekte entwickeln, als hätte der Meister sie in Auftrag gegeben. Was wie eine Zeitreise anmutet, führte zu bemerkenswert zeitgemässen Resultaten.

Sechzehn Designstudierende der ECAL durften für die frisch renovierte Villa Le Lac in Corseaux Objekte entwickeln, als hätte der Meister sie in Auftrag gegeben. Was wie eine Zeitreise anmutet, führte zu bemerkenswert zeitgemässen Resultaten. Der Rotterdamer Designer und Dozent Chris Kabel gewann Elric Petit, Leiter des Bachelor Design, und den Konservator Patrick Moser für seine Idee, das Haus als Aufgabe und Rahmen für ein Semesterprojekt zu wählen.

Über vierzig Studierende recherchierten und dokumentierten, liessen sich inspirieren, entwarfen und verwarfen Objekte, die ins Haus passen, aber auch ausserhalb dieses Kontextes bestehen sollten. Sechzehn Entwürfe hat die schuleigene Werkstatt produziert. Sie sind nun bis Ende August in der Villa zu sehen, die erst von Le Corbusiers Eltern und später vom Bruder Albert Jeanneret bewohnt wurde. Die einen Entwürfe ergänzen die Räume funktional, andere lassen sie uns neu sehen. Neben Regalen und Leuchten, die sich wie Parasiten in die bestehende Struktur einnisten, dient der Teppich «Ring Rug» von Sylvain Aebischer als didaktisches Instrument: der kreisrunde Teppich repräsentiert die Grösse und Farbigkeit der Räume. Andere Entwürfe korrigieren oder erleichtern die Nutzung der Architektur: Etwa die in Silikon nachgegossenen Türklinken «Handle with Care» von Yann Mathis, die er dort einsetzt, wo sie gegen Wände und Türen stossen und entsprechende Schäden hinterlassen. Das einem türkischen Teetablett nachempfundene «Pendulum» von Daniel Simon Lohss kommentiert den Grundriss, der den Koch zu einem komplizierten Weg durch zwei Türen bis hin zum Esszimmer oder über eine Treppe bis zum Gartentisch führt. Und dritte Vorschläge wirken dekorativ und sind doch mehr: Die «Fleurs du Lac» von Jonathan Vallin verbinden die grandiose Aussicht auf den See mit der Einsicht, dass selbst eine Wohnmaschine ästhetischen Überschuss produziert.

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