Things that Happened. Brynjar Sigurdarson – ein Projekt der Designerin, Autorin und Forscherin Sophie Krier, herausgegeben vom kleinen, feinen Kleinstverlag des Eindhovener Ausstellungsraums Onomatopee.

Island im Ohr und vor Augen

«Things that Happened. Brynjar Sigurdarson» ist kein Designbuch. Man braucht es nicht, um den Hintergrund von Brynjar Sigurdarsons Arbeit zu ergründen. Wer sein Stücke sieht, erkennt auch so: Der Mann ist aus dem Norden.

«Things that Happened. Brynjar Sigurdarson» ist kein Designbuch. Es ist auch kein Buch über Design. Man braucht es nicht, um den Hintergrund von Brynjar Sigurdarsons Arbeit – er betreibt sein Studio in Lausane – zu ergründen. Wer sein Stücke sieht, erkennt auch so leicht: Der Mann ist aus dem Norden. Farben wie Moose, wie Eisblöcke, wie der isländische Kürzestsommer, archaisches, Formen, die von Generation an Generation weitergegeben wurden. Wieso dies trotzdem eine Empfehlung ist? Weil «Things that Happened» uns eine Fähigkeit wiedererlangen lässt, die wir in der Kindheit verloren glaubten: sich von einer Buchwelt verschlingen zu lassen. Und weil es dafür bei einem Erwachsenen etwas mehr braucht, greift «Things that Happened» in die Trickkiste. Ein übergrosses Quadratformat, bedingt durch die beiliegende Schallplatte: Sigurdarsons gesammelte Geschichten, von ihm über eine Tonspur gesprochen. Monoton, hypnotisch, das was man hört, sieht man auch. Auf Fotos, Zeichnungen; dazwischen kurze Texte, Mitschriften von Gesprächen. Island im Ohr und vor Augen haben, es in den Händen halten; die Mythen, die Isolation, die Erinnerung, die Geschichte und die Traditionen zu fassen kriegen. Ein audiovisueller Bilderbogen, in dem sich Schicht um Schicht das entfaltet, was in seinen Objekten nur anklingt und sich von Auge bloss erahnen lässt, all das, was Brynjar Sigurdarsons Arbeit bedingt und ausmacht.

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