Best Form in bester Form: Blick in die Ausstellung Fotos: zVg

In Bester Form

Die Berner Design Stiftung zeichnet zwölf Projekte von ausgezeichneten Designern aus. Die Ausstellung im Kornhausforum zeigt das hohe Niveau der Gestaltung bernischer Provenienz.

Sie vermittelt auch, was eine geschickte Förderung an Qualität erbringen kann. Leider muss man das besonders betonen: Der Grosse Rat nahm letzten September den Antrag eines EVP-Politikers an, den Kredit der Design Stiftung auf zwei Jahre zu begrenzen, mit der gleichzeitigen Aufforderung, eine Nachfolgelösung zu suchen. Ohne Not hat die bürgerliche Mehrheit der Räte ab 2015 einen Kredit gestrichen, mit dem über Jahre eine erfoglreiche Förderung aufgebaut wurde. Lediglich die von der Stiftung aufgebaute Sammlung findet allenfalls Gnade - nur, woher die exzellenten Sammlungs-Objekte kommen sollen, wenn der Humus fehlt, das können oder wollen die Sparpolitiker nicht sagen.  

Dieses Jahr hat es noch gereicht. Die ausgezeichneten Designer erhielten Förderbeiträge in der Höhe von insgesamt CHF 79‘000. Die Beiträge teilen sich auf in Werkbeiträge, die Gestalter früh im Entwurfsprozess unterstützen. Der Förderbeitrag für Vermarktung hilft einem fertigen Produkt, den Sprung auf den Markt zu nehmen - neben einem Geldbetrag gehört dazu auch eine spezifische Beratung durch die Förderagenturen innoBE und Swiss Design Transfer. Dieser Beitrag wurde vor allem von Modedesignerinnen nachgefragt, und so sind in der leichten, präzisen Ausstellungsinszenierung von Nicola Enrico Stäubli vier Modelabels zu sehen. Sie zeigen den unterschiedlichen Stand ihrer Marketingmassnahmen: Irene Münger will mit einem neuen Corporate Design ihr Label Blackpool besser positionieren. Maria Pia Amabile erhält Unterstützung für das Fotoshooting ihrer neuen Kollektion «Margaret’s Sista», La Première für die Vermarktung eines Mantels und PAMB für die bessere Bekanntmachung ihres Labels auch ausserhalb des eigenen Ladens.

Fabian Schwaerzler erhielt 2011 einen Werkbeitrag für die Entwicklung eines  Bürodrehstuhls - er wählte die Firma Mesag und präsentiert nun einen formal überarbeiteten Arbeitsstuhl, der den Schritt auf den Markt bereits gemacht hat. Florian Hauswirth nutzte den Förderbeitrag 2012 für Vermarktung zur Positionierung seines Labels Florian Hauswirth Industrial Craft und man liest mit Entzücken, dass die Linie noch dieses Jahr bei Manor erscheinen soll.

Neben Mode- und Produktdesign widmet sich die Stiftung auch der Grafik. Von Barbara Hahn und Christine Zimmermann stammt die Publikation ihrer Recherche zur Kommunikation sozialer Medien «FAQ — Frequently Asked Questions», auch sie mit einem Werkbeitrag unterstützt. Und Nik Thönen zeigt eine neue Schrift, die er während seines halbjährigen Aufenthaltes im Künstlerstudio des Kantons Bern in Paris entwickelt hat.

Schmuck, Glasdesign und berückende Keramik runden die geförderten Bereiche ab. Besonders die hauchdünnen Porzellanschalen von Arnold Annen, die wie Lichtgefässe funktionieren, setzen einen Höhepunkt. Die Stiftung kaufte sie 2012 für die Sammlung an. Und Nathalie Heid erhielt einen Förderbeitrag für Vermarktung, um ihr Produkt «Wasserurnen» besser verkaufen zu können.

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