«Design & Gewissen»: Brownbag-Lunch mit Linoleum-Produzent Forbo in der Baumuster-Centrale. Fotos: Gianfranco Rossetti
In Zusammenarbeit mit Forbo

Design und Gewissen

In der Baumuster-Centrale erklärte die Forbo-Chefdesignerin ihre neuste «Marmoleum Marbled»-Kollektion, worauf Nachhaltigkeits-Experte Jörg Lamster erläuterte, was CO2-neutral für das Produkt bedeutet.

Lila Lavendelfelder, orange-ockerfarbene Grand Canyon-Schluchten, grau verhangene Berge: «Die Farben und Texturen der Erde inspirierten uns, als wir die Marmoleum Marbled-Kollektion neu auflegten», sagt Tamar Gaylord, Linoleum-Chefdesignerin bei Forbo. Die Textildesignerin hat mit ihrem Team vier Jahre lang an der neuen Kollektion gearbeitet.
 

Die Forbo-Chefdesignerin erklärt ihre Arbeit.

Die Marmorier-Technik ist ein Klassiker aus den Fünfzigerjahren. Dabei werden verschiedenfarbige Granulate zu einer einheitlichen Fläche gemischt. Die neuen Farbstimmungen erlauben die unterschiedlichsten Raumstimmungen, von klassisch bis modern.
 

Eine von acht Farbstimmungen der Marmoleum Marbled-Kollektion.

An der Weberstrasse 4 in der voll besetzten Baumuster-Centrale präsentierte die Forbo-Designerin die fünf Marmorierungsstufen und acht Farbwelten einem Spaziergang durch die Natur ähnlich: «Fresco» zeigt eine subtil Ton-in-Ton gemischte Struktur, «Real» ist der Klassiker in ruhigen Grautönen, «Vivace» heisst die lebhafteste Mischung, das kontrastreiche «Terra» ist von Eruptivgesteinen inspiriert und «Splash» wirkt ob nah oder fern betrachtet unterschiedlich stark marmoriert.

Die Marmoleum Marbled-Kollektion in einer Bibliothek.

Die Stimmungsbilder zeigten: Die neuen Oberflächen und Strukturen funktionieren eigenständig, können aber auch als verbindender Bodenbelag dienen. Gut visualisiert waren auch die unterschiedlichsten Objekte, die «Marmoleum Marbled» im Krankenhaus, einem Ladenlokal, einer Schule oder einem Büro zeigten.

Marmoleum Marbled im Büro.

CO2-neutraler Linoleum

Das Natur-Thema passt auch inhaltlich: Linoleum entsteht zu einem grossen Teil aus Leinöl, das aus der zarten Flachspflanze gewonnen wird. Damit ist er nicht nur langlebig und trägt mit 2,5 Millimeter kaum auf – er ist auch einer der nachhaltigsten Bodenbeläge auf dem Markt: das bestätigt die Environmental Product Declaration (EPD), die ihn als klimaneutraler Bodenbelag in der Herstellungsphase. Was aber bedeutet CO2-neutral konkret? Damit beschäftigt sich Jörg Lamster, Vertreter der SIA-Kommission «Nachhaltiges Bauen».
 

Jörg Lamster, Vertreter der SIA-Kommission «Nachhaltiges Bauen».
Der Experte erklärte in seinem Referat, was CO2-neutral bedeutet und wie das Zertifikat «EPD» einzuordnen ist. Er wies vorrangig darauf hin, dass Zertifikate in Europa und der Schweiz unterschiedlich gehandhabt werden und es sich lohnt, genau hinzuschauen. Doch: «Eine produktspezifische Ökobilanz braucht viel Zeit», sagt er. Das, weil es nebst der Herstellung viele weitere Parameter zu bedenken gibt, etwa den Rückbau des Produkts. «Sogar die Putzmittel, mit der das Material in seiner Lebenszeit gereinigt wird, sind relevant.»

Linoleum: Die produktspezifische Ökobilanz überzeugt.
Der Fokus darf also nicht nur auf dem Produkt liegen – das ganze Gebäude ist wichtig. Eine Tabelle die Böden eruierte, zeigte schliesslich: Nebst Kork ist Linol einer der nachhaltigsten Beläge. Schlecht abgeschnitten hat Naturstein: «Egal ob er aus dem Tessin stammt – er wird gefräst und geschliffen. Diese Bearbeitung ist derart Ressourcenintensiv, dass das Material schon in der Herstellung nicht klimaneutral ist.» Der Veranstaltungs-Titel «Design und Gewissen» brachte es auf den Punkt: Nebst formalen, sind ökologische Aspekte auch am Gebäude immer entscheidender.

Der Brownbag-Lunch ist eine Veranstaltung der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich.

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