Blick vom Parkdeck des Werkhofs in Opfikon auf die benachbarten Gewerbebauten. Fotos: Michael Bühler

Der feine Unterschied

Am neuen Werkhof von Energie Opfikon führen idArchitekt.innen und AETAL. vor, wie man aus Industrieprodukten und einer Bohrpfahlwand gute Architektur macht.

Irgendwo in der Zürcher Agglomeration liegt ein Gebäuderiegel im Hang. Mit dunklen Garagentoren im Erdgeschoss und mit einer silbernen Sandwich-Elementfassade darüber passt er gut zu den Industrie- und Gewerbebauten rundherum. Doch im Gegensatz zu seinen stummen Nachbarn hat der Werkhof des Strom- und Wasserlieferanten Energie Opfikon etwas zu sagen. ###Media_2### Die knallgelben Windverbände der stählernen Tragkonstruktion liegen an der Fassade statt im Innern. Jede zweite Vertikale ragt in die Höhe und wird zum Kandelaber für den Dachparkplatz. Zwei schneckenförmige Betonskulpturen an der Stirnseite führen hinauf und hinunter. Wer das Auto geparkt hat, geht über die Stahlbrücke an der Längsseite bis zum freistehenden Liftturm. Über die Wendeltreppe, die an seinen Kragarmen hängt, gelangen Aussenstehende ins Quartier und die Mitarbeiter in das Galeriegeschoss mit Garderoben und Diensträumen. Der Werkhof bietet Platz für Einsatzfahrzeuge und Ersatzteillager, arbeiten tun hier nur knapp ein Dutzend Angestellte. Das Baugesetz hätte eine höhere Ausnützung erlaubt, doch Energie Opfikon wollte seine Büroarbeitsplätze nicht in die Nachbargemeinde verlegen. Sollten sich die Raumbedürfnisse künftig verändern, liesse sich die Struktur aus Stahlrahmen, Betonelement-Decken und Kalksandsteinwänden horizontal und vertikal erweitern – oder unterteilen. ###Media_3### Innen wie aussen ist die gute Gestalt trotz Zweckmässigkeit nicht auf der Strecke geblieben. Eine aufgelöste Bohrpfahlwand sichert den Hang und prägt zugleich die Atmosphäre in der zweigeschossigen Fahrzeug- und Lagerhalle, deren Rauheit einen willkommenen Kontrast zur akkuraten Industrieproduktewelt bildet. Die Stahlstruktur ist dunkelrot, Türen und Fenster sind dunkelblau gestrichen. Wände und Decken blieben roh. Wandverkleidungen gibt es nur dort, wo die Nutzung oder die Bauphysik sie erfordern. Zw...
Der feine Unterschied

Am neuen Werkhof von Energie Opfikon führen idArchitekt.innen und AETAL. vor, wie man aus Industrieprodukten und einer Bohrpfahlwand gute Architektur macht.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?