Die Jury (von links oben): Andreas Binkert, Klaus Zillich, Klaus-Dieter Wüstermann, Dieter Hassenpflug, Regula Lüscher, Tom Sieverts, Christine Nickl-Weller,Tobias Reinhard, Yongjie Cai, Oswald Schmid, Kristina Voigt, Françoise-Hélène Jourda, Joe Manser

Jeder, überall hin, immer – Schindler Award 2010

Gestern wurde an der Berner Fachhochschule in Burgdorf der Studentenpreis mit einer Ausstellung und einem Podium präsentiert.

Vor kurzem noch drückten sie hier die Schulbank, nun sitzen die Drei zwischen dem ehemaligen Skistar Silvano Beltrametti und dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Schindler Schweiz Christoph Lindenmeyer. Sie heissen Daniel Meier, Simon Moser und Simon Peter Roesti und gewannen gemeinsam den Schindler Award 2010, der gestern mit einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert wurde – an eben jener Schule, an der die Arbeit entstand: der Berner Fachhochschule in Burgdorf.
Acht Männer bildeten das Podium und redeten über das Thema des Wettbewerbs: «Zutritt für Alle», also über das, was wir in der Schweiz hindernisfreies Bauen nennen. Joe Manser, Leiter der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen, formulierte seine Zielvorstellung so: «keine Sonderlösung, nichts Spezielles, nichts Besonderes, im besten Fall merkt man es gar nicht».
Zumindest die studentischen Verfasser der eingereichten 174 Projekte aus ganz Europa dürften nun sensibilisiert sein für die Bedürfnisse von Seh-, Geh- und Hörbehinderten – und auch manche Hochschule, denn die versucht der Preis mehr und mehr einzubinden. Auf jeden Fall sind es die Drei Gewinner aus Bern, wo wohl in zwei Jahren der nächste Schindler Award stattfinden wird. Der nun prämierte hatte sein Spielfeld in Berlin, woe die Teilnehmer das Olympiagelände von 1936 umgestalten sollten. Und zwar so, dass es allen zugänglich ist – von der S-Bahn-Station bis zum Amphitheater der berühmten Waldbühne, die beim Konzert der Rolling Stones 1965 verwüstet wurde und auf deren 88 Stufen bis zu 22'000 Zuschauer Platz finden. Wenige Einrichtungen sollten hinzukommen, wie zum Beispiel ein Hotel.
Nach Brüssel, Paris, Wien, Berlin wird also die nächste urbane Wettbewerbsaufgabe 2012 in der Schweiz gestellt werden, weil das Siegerteam hier heimisch ist. Es wird wieder eine grosse, internationale und hochkarätige Jury antreten (die Vorsitzende hiess diesmal Françoise-Hélène Jourda) und es werden wohl noch mehr Studenten und Schulen teilnehmen. Thematisch, so hiess es bereits unter der Hand, wird es sich um Verdichtung drehen. Und natürlich um den «Access for All».

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