Herzog & de Meurons Projekt für das Klinikum 2 landete auf dem zweiten Platz.

HdM unter Beschuss

An Herzog & de Meuron führt in Basel kein Weg vorbei. Nun platzt SVP-Grossrat Joël Thüring der Kragen. In einer Kolumne holt er zum grossen Rundumschlag gegen das Starbüro aus.

Herzog & de Meuron bauen halb Basel, vom neuen Dachstuhl für das Museum der Kulturen bis zum künftig höchsten Turm der Schweiz. «Das provoziert Kritik – auf welche die einstigen Architektur-Rebellen empfindlich reagieren», schrieb Anfang Jahr die «Tages-Woche». Die Journalisten zitierten im Artikel einige skeptische Stimmen zum Messen-Neubau und gaben zu, dass es einem «mulmig werden kann» ob des grossen Einflusses, den HdM in Basel haben. Diesen liessen die Architekten auch spielen, als sie sich gegen das Siegerprojekt für das Klinikum 2 des Universitätsspitals wehrten. Dass sich darauf die Politik einschaltete, die eine Überarbeitung des Wettbewerbes erwägte, war dann auch dem SIA zu viel.

Genug hat nun auch der SVP-Grossrat Joël Thüring. Er nimmt die Debatte um das Verfahren zum Anlass, um in einer Kolumne in der «Basellandschaftlichen Zeitung» zum grossen Rundumschlag gegen das Starbüro auszuholen. Thüring gibt zwar zu, ein architektonischer Laie zu sein, dennoch wettert er erbost gegen die Bauten des Büros. Diese seien zum Teil «zu wuchtig», «nicht funktional» oder erinnerten an einen Verwaltungstrakt des DDR-Regimes. Im Kern geht es Thüring aber um HdMs Machtposition. «Nicht wenige sagen, dass der HdM-Filz bis weit in den Grossen Rat reicht, weshalb einige Politiker nicht mehr objektiv sind.» So ist Thüring irritiert, dass einzelne Politiker beim Wettbewerb für das Klinikum 2 für das zweitplatzierte Projekt von HdM weibeln. Bei einem Wettbewerb solle das beste Büro den Zuschlag bekommen und dieses müsse nicht immer HdM heissen, so Thüring. «Basel hat mehr zu bieten als Herzog & de Meuron.»

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