Zwischen dem Neubau Arc 2 links und dem Bundesamt für Statistik ist ein langer, schmaler Strassenraum entstanden. Fotos: Yves André

Fin de chantier: Lang, länger, Campus Arc 2

Am Neuenburger Bahnhof bauen Bauart Architekten mit Ausdauer das Quartier Ecoparc. Nun ist das zweitletzte Stück des Ensembles fertig: Campus Arc 2, ein nur gerade 14 Meter breiter, aber 250 Meter langer Riegel.

Die innere Organisation des Gebäudes gelang Bauart mit Bravour. In nur sechs Monaten planten sie das ursprüngliche Bürohaus um zu einem Hochschulgebäude, in das die Hochschule für Ingenieurwesen, Gesundheit und Restauration eingezogen ist. Um die räumliche Monotonie zu brechen, verlangsamten die Architekten die langen Gänge gestalterisch: mit rhythmisierenden Deckenfeldern, dem Spiel der Beleuchtung und den grossen Fenstern zu den Laborräumen, die spannende Blickbezüge schaffen. Begegnungsräume mit doppelter Raumhöhe lockern die funktionale Dichte im ersten und zweiten Obergeschoss auf. Das oberste Geschoss, der transparente «Lichtbalken», schafft eine Verbindung zur Stadt — wenn auch nur visuell: Aus der Cafeteria öffnet sich ein fantastischer Blick auf den See und den östlichen Teil des Ecoparcs.
Wenig einladend ist dagegen der lange, schmale Strassenraum, der zwischen dem Neubau und dem Büroriegel des Bundesamts für Statistik (BfS, 1998) entstanden ist. Dies liegt vor allem am Umstand, dass der BfS-Riegel mit einer mehrschichtigen, kühl und geschlossen wirkenden Profilitglasfassade dem Neubau den Rücken zuwendet, sodass die beiden Bauten kaum mitei-nander kommunizieren können. Die Versuche, den 
Strassenzug zu beleben — etwa durch die beim Campus Arc 2 im Erdgeschoss leicht zurückversetzte Fassade und die zweigeschossigen Schaufenster —, sind zu zaghaft und überzeugen nicht.
So bleibt es beim reinen Durchgangsraum, der erst im Ostteil des Quartiers in einen Platz mündet. Dieser ist das soziale Zentrum und Bindeglied der aufgereihten Einzelbauten. Hier liegen auch die Hochschule für Wirtschaft und Musik (2009) und die an die Hangkante gesetzten Wohnbauten (2007). Noch dieses Jahr sollen zudem die Arbeiten am letzten Baustein des Gebiets beginnen: Zwei Passerellen — eine vom Platz ausgehende und eine am Ostende des Campus-Arc-2-Gebäudes — werden das Quartier Ecoparc über Gleise und Hangkante hinweg mit der Nachbarschaft verbinden. In fast zwanzig Jahren haben Bauart Architekten damit die brachliegende Industriezone auf dem Plateau Crêt-Taconnet in ein nach ökologischen Kriterien gebautes Stadtquartier verwandelt. 

Campus Arc 2, 2011

Espace de l’Europe 11, Neuenburg
> Bauherrschaft: CFF Immobilier, Lausanne
> Architektur: Bauart Architekten und Planer, Neuenburg
> Landschaftsarchitektur: Paysagestion, Lausanne
> Bauleitung: Ortech, Neuenburg
> Auftragsart: Direktauftrag
> Kosten: CHF 62,3 Mio.

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