Stadionkomplex «La Maladière» in Neuenburg: Die Grossform passt sich in die Stadt ein. Fotos: zVg / Thomas Jantscher

Einzahl, Mehrzahl, Vielzahl

Die ETH Zürich präsentiert zwanzig Projekte des Neuenburger Büros Geninasca Delefortrie. So vielschichtig ihre Arbeiten sind, so streng ist die Ausstellung «Singular Plural» gehalten.

Seit fünfzehn Jahren prägt das Büro Geninasca Delefortrie die Westschweizer Architektur massgeblich. Bereits zweimal haben die Architekten eine Anerkennung bei der Distinction Romande d’Architecture erhalten. Spätestens seit dem Bau des Fussballstadions «La Maladière» in Neuenburg sind sie auch auf der anderen Seite des Röschtigrabens weit herum bekannt. Subtil passen die Neuenburger ihre Entwürfe in den Kontext ein. Und doch schälen sie immer wieder ein überraschendes Thema heraus, das die Bauten auf den zweiten Blick heraushebt. Etwa bei der Wohnüberbauung «Les Noyers», wo sie die Fassade mit Dachziegeln überzogen. Auch die Filiale der Migros-Bank in Neuenburg reckt ihr Dach verschmitzt zum Himmel, will aber nicht pompös herausstechen.

Die zwanzig präsentierten Bauten zeigen das breite Spektrum, mit dem sich die Architekten beschäftigen – von Wohnbauten über Einkaufszentren bis zur Fussgängerbrücke. Die Projekte brechen mit einem Augenzwinkern aus dem Gewohnten aus. Die Ausstellung aber ist streng gegliedert und trennt Plan und Bild komplett: Grundrisse und Schnitte können an den Wänden im Detail studiert werden. Wer die Bauten hinter den Strichen sehen will, muss warten, bis ihr Bild auf der Projektionswand erscheint. So gewinnt der Besucher nicht nur einen spannenden Einblick in die Westschweizer Architektur, sondern lernt auch gleich, vom Grundriss auf den Raum dahinter zu schliessen. Plan und Bild lassen sich noch bis 31. Januar 2012 im Architekturfoyer der ETH Hönggerberg vergleichen. Zur Ausstellung ist eine Monografie in französischer und englischer Ausgabe erschienen.

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