Der Neubau vom Stadelhoferplatz aus betrachtet.

Der Bahnhof und sein Haus

Direkt neben seinem 1990 eröffneten Bahnhof Stadelhofen in Zürich plant der Architekt und Ingenieur Santiago Calatrava ein neues Geschäftshaus.

1990 wurde der Bahnhof Stadelhofen eröffnet, jenes architektonische Wundergerippe aus Stahl und Beton, das sich bestens als S-Bahnhof bewährt. Dessen Architekt und Ingenieur Santiago Calatrava plant nun direkt daneben ein Geschäftshaus für das Versicherungsunternehmen Axa Winterthur. Heute steht an diesem Platz das «Haus zum Falken» mit dem Café Mandarin. Im Unterschied zu diesem weicht der Neubau mit seinem Erdgeschoss zurück und gibt einen gut bemessenen Zirkulationsraum Richtung Bahnhof frei. Darüber kragen die vier Obergeschosse an den Stirnseiten immer weiter aus, sodass ein polygonaler Baukörper entsteht. Sein oberer Abschluss nimmt die Höhe der Traufen der gegenüber stehenden Stadthäuser auf. Richtung Kreuzplatz füllt er den Spickel zwischen Kreuzbühlstrasse und Gleisen vollständig aus.


Calatrava erhielt den Auftrag ohne Architekturwettbewerb direkt von der Axa. Das Baukollegium der Stadt Zürich beurteilte den Entwurf. Stadträumlich scheint das neue Haus ein Gewinn. Noch nicht ganz zu entschlüsseln ist die Fassade. Wohl eine Glashaut, verschattet und massstabslos verkleidet von vertikalen, eng gesetzten Stahlrippen, die auf das Gerippe des Bahnhofs Bezug nehmen. Auf den Visualisierungen wirkt das Gebäude allerdings noch abweisend.

Das «Haus zum Falken» ist zwar kommunal geschützt. Die Stadt Zürich entliess es jedoch aus dem Inventar unter der Bedingung, das mit dem Neubau auch eine öffentliche Velostation entstehe – der Stadelhoferplatz soll endlich von seinem Veloabstelldrama erlöst werden. Nun ist unter dem Neubau eine dreigeschossige Anlage für 1000 Velos geplant mit direktem Zugang zum Untergeschoss des Bahnhofs Stadelhofen. Ihre Kosten schätzt die Stadt auf rund 10 Millionen Franken, etwas teurer als üblich wegen des schwierigen Baugrunds.

 


Auch ein Mehrwertausgleich wurde vereinbart: Gemäss Axa zahlt das Unternehmen 1,55 Millionen Franken an die Stadt, sobald die Velostation im Rohbau erstellt ist. Wie hoch ist nun diese Zahlung im Verhältnis zur Mehrausnützung, die der Gestaltungsplan erlaubt? Direkter gesagt, wie viele Prozent beträgt der Mehrwertausgleich? Dazu Matthias Wyssmann vom Hochbaudepartement: «Die Stadt geht generell von einem Mehrwertausgleich von 50 Prozent aus. Beim Haus zum Falken ist dies erfüllt, zum grössten Teil durch den finanziellen Beitrag an die Velostation von 1,55 Millionen Franken, aber auch durch die gewährten Personendienstbarkeiten (Zugang zur Velostation) und die Schaffung von öffentlichem Freiraum.»

Kommentare

BATMAN 26.09.2016 12:05
. ..schlimm!
glancy mueller 27.09.2016 13:00
das projekt ist leider eine katastrophe. es negiert die bestehende Umgebung so stark wie nur möglich (ausser der abschrägung im obersten geschoss). die nutzung (überirdisch) ist ausser dem eg rein privat. und die fassade könnte in berlin, tokio, new york oder hinterpfupfingen hochgezogen werden. calatrava mag ein stararchitekt sein, doch ist er nur gut (ausser bhf stadelhofen!!!), wenn er sog. "broschen-architektur" machen darf.
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Ich kann das Bild nicht lesen