Beispiel Gebäudehöhe: In den Kantonen gibt es mindestens sieben grundsätzlich unterschiedliche Ansätze, und die Höhe eines Hauses zu messen 1) LU, ZG 2) OW 3) VS 4) NW 5) AI, SG, AR 6) AG, SZ, TG, ZH 7) BE, FR, GL, SO

Chaos beim ausmessen

Mehr als 140 000 Gesetze regeln das Bauen in Gemeinden, Kantonen und Bund. Es wird Zeit, den Paragrafenwald zu lichten.

Die Verantwortlichen in der Bau- und Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz (BPUK) haben irgendwann mit Zählen aufgehört: Bei der Durchsicht der Bauvorschriften von Bund, Kantonen und Gemeinden sind sie auf mindestens 140 000 Gesetzes- und Verordnungsartikel gestossen. Wer als Architekt zu einem Auftrag ausserhalb seiner Stammregion kommt, kennt das Problem. Er muss sich jeweils in Dutzende unbekannter Paragrafen einlesen. Das brauche bis zu zehn Prozent mehr Planungsaufwand, verteuere das Bauen um bis zu 15 Prozent und koste letztlich bis zu sechs Milliarden Franken pro Jahr, sagte die Studie «Effi Bau» schon 1998.Diese Studie veranlasste den früheren Zürcher FDP-Nationalrat und Hauseigentümer-Verbandsdirektor Rolf Hegetschweiler, mit einer Motion ein Bundesgesetz zur Harmonisierung der Bauvorschriften zu verlangen. 2004 doppelte der Aargauer FDP-Nationalrat Philipp Müller nach. Doch nichts scheinen die kantonalen Bauchefs mehr zu fürchten als ein schweizweit einheitliches Baugesetz. Ihr Koordinationsgremium, die Konferenz der kantonalen Bau- und Planungsdirektoren, erarbeitete deshalb die IVHB, die Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe. Inzwischen machen die sechs Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Graubünden und Thurgau mit.Babylonische Vielfalt Die IVHB will die «fast babylonische Vielfalt in der Fachsprache» vereinfachen. Wie viele Etagen ein zweigeschossiges Haus tatsächlich haben darf, ist nämlich nicht nur von Kanton zu Kanton, sondern auch von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Dasselbe gilt für Gebäudelängen und Grenzabstände. Gebäudehöhen werden auf mindestens sieben unterschiedliche Arten gemessen siehe Grafik. Der Ausgangspunkt ist einmal das gewachsene oder das tiefergelegte Terrain, ein andermal ein Niveaupunkt. Und gemessen wird hinauf bis zur Traufe, bis zum First oder bis zum höchsten Punkt des Fir...
Chaos beim ausmessen

Mehr als 140 000 Gesetze regeln das Bauen in Gemeinden, Kantonen und Bund. Es wird Zeit, den Paragrafenwald zu lichten.

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