Die Baustelle der Elbphilharmonie im September 2011: Das Konzerthaus wird frühestens 2014 eröffnet. Fotos: Holger.Ellgaard via Wikimedia

«Architektenprügeln ist ein Volkssport»

Herzog & de Meuron sind wegen dem Kostendebakel bei der Elbphilharmonie in Hamburg unter Beschuss geraten. Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sieht Benedikt Loderer die Schuld bei Politikern und GU.

Herzog & de Meuron sind wegen dem Kostendebakel bei der Elbphilharmonie in Hamburg unter Beschuss geraten. Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sieht Benedikt Loderer die Schuld bei Politikern und GU. Der Prestigebau kostet die Stadt Hamburg statt der ursprünglich geplanten 77 mindestens 323 Millionen Euro und wird statt in diesem Jahr frühestens 2014 eröffnet. Seit letzter Woche streiten die Stadt und der Konzern Hochtief vor Gericht. Wegen den ausufernden Kosten sind auch Herzog & de Meuron in die Kritik geraten. Benedikt Loderer sieht die Fehler aber nicht bei den Architekturstars. Dass diese nun den Kopf hinhalten müssen, sei ein typisches Vorgehen: «Architektenprügeln ist ein Volkssport. Das hilft, die übrigen Verantwortlichen zu entlasten.» So hätten die Politiker dafür gestimmt obwohl sie bereits gewusst hätten, dass es teurer werde. «Diese Selbstbetrüger werden später freigesprochen», meint Loderer. Ähnliches gelte für die Total- und Generalunternehmer. Dass sie die Pläne nicht gründlich studiert haben, bevor sie offerierten, sei allgemein bekannt. Also gelte im Nachhinein: «Haut die Architekten, damit die Generalunternehmer nicht an die Kasse kommen!»

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