Göschenen in einer Aufnahme von 1984. Fotos: ETH-Bibliothek, Bildarchiv

Göschenen, ein Dorf im Banne des Gotthards

Göschenens Schicksal ist eng mit dem Gotthard verknüpft. Die ‹NZZ› besucht das Dorf. Ausserdem: Velo über alles in Zürich, Münster in Bern, Hardturmabstimmung vor Gericht und Bührle-Sammlung im Buch.

In der ‹Neuen Zürcher Zeitung› erzählt der Historiker Kilian T. Elsasser von der Geschichte Göschenens und der Bedeutung des Gotthards für das Dorf: «Der Gotthard ist unser Trumpf». Mit dem Bau der zweiten Röhre des Strassentunnels wird wird Göschenen erneut Schauplatz eines Grossbauwerks von europäischer Bedeutung. Die direkten Auswirkungen der Baustelle würden jedoch gering sein, meint Elsasser. Der grosse Umbruch sei mit der Inbetriebnahme des Strassentunnels 1980 gekommen. «Seither fährt der Strassenverkehr an uns vorbei».

Immer wieder hätten die Göschener Initiative gezeigt, beispielsweise 1830. Mit der Eröffnung der ersten durchgehenden Strasse über den Pass erstellte Annemarie Regli mit ihrem Sohn ein neues Hotel an der Dorfstrasse. Heute ist das ‹Weisse Rössli› das einzige Restaurant in Göschenen, das auch über Mittag geöffnet ist. Heute bringt das nahe Luxusresort in Andermatt eine gewisse Belebung. So habe die Andermatt Swiss Alps zwei neue Personalhäuser für Angestellte des Resorts errichtet. Doch: «Wir müssen jetzt Eigeninitiative entwickeln. Sonst droht Göschenen zum Parkplatz für diejenigen zu werden, die die letzte Strecke nach Andermatt mit dem Zug fahren und ihr Auto hierlassen», mahnt Elsasser.
 

Weitere Meldungen:

Ebenfalls in der ‹NZZ›: Angesichts der freitäglichen Critical-Mass-Velodemos prangert NZZ-Redaktor Michael von Ledebur den «Zürcher Kult ums Velo» an. Das Velo werde als vermeintliches Wundermittel überhöht. Dabei tauge es nicht dazu, die Verkehrsprobleme zu lösen. «Die übergeordnete Sicht auf den Verkehr fehlt. Vielmehr werden Einzelforderungen bis zum Maximum ausgereizt», schreibt Ledebur. Das sei nicht zum wohl der Bevölkerung. Selbst wenn die ‹Critical Mass› im globalen Kleid daherkomme, habe sie auch etwas Spiessiges: «Der eigene Veloweg ist wichtiger als alles andere auf der Welt».

– Die ‹Berner Zeitung› steigt auf das Gerüst unter dem Hauptgewölbe des Berner Münsters, das zurzeit restauriert wird. Mit einem Schwamm tupft Restauratorin Rowena Pasche Russ und Staub ab, die sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte abgelagert hat. «Immer wieder stosse ich auf alte Schriften, auf eingravierte Namen von Steinmetzen, die Jahrhunderte vor mir hier gearbeitet haben», sagt sie. Auch an der Fassade werden kleinere Arbeiten erledigt. Verantwortlich für die Baustelle, die im Winter 2024 fertig sein soll, ist Münsterbaumeisterin Annette Loeffel. Sie war 1996 schon als Praktikantin mit dabei. Damals habe man den verwitterten Sandstein durch neuen ersetzt. Heute belassen die Restauratorinnen soviel wie möglich des ursprünglichen Materials.

– Die Gegner des Hardturm-Stadions in Zürich unterlagen erneut vor dem Zürcher Verwaltungsgericht. Vergeblich reichten sie einen Stimmrechtsrekurs ein. In der Abstimmungszeitung sei nicht gestanden, dass in einem der beiden geplanten Hochhäuser eine Schule eingerichtet werde. Die Abstimmung vom September 2020 sei deshalb für ungültig zu erklären. Das Verwaltungsgericht hält jedoch fest, dass die geplante Schule kein wichtiges Element für die Entscheidungsfindung gewesen sei, schreibt der ‹Tages-Anzeiger›.

– In der ‹NZZ› würdigt Philipp Meier mit einer ausführlichen Rezension den neuen Katalog ‹Die Sammlung Emil Bührle. Geschichte, Gesamtkatalog und 70 Meisterwerke›, der anlässlich des Umzugs des Sammlung Bührle ins Kunsthaus erschienen ist. Der Autor Lukas Gloor, ehemaliger Direktor der Bührle-Stiftung setze sich «nüchtern, schlich, objektiv» mit der Sammlung auseinander. Erstmals liege nun eine komplette «Biografie» der Sammlung vor, was nur dank dem umfassenden Stiftungsarchiv möglich gewesen sei. Auch dem Thema Raubkunst widmet sich Gloor in seinem Werk und zeichnet die Debatte darüber akribisch nach.

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Kommentare

Marc Over 30.07.2021 16:39
Das Bild zeigt Airolo und nicht Göschenen.
Urs Honegger, Redaktion Hochparterre 03.08.2021 16:00
Danke für den Hinweis. Wir haben das Bild ausgetauscht.
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Ich kann das Bild nicht lesen