Die vier Könige des Kartenset.

Nachts entwerfen, tagsüber drucken

Lilith Föhn studiert an der HSLU Animation und hat im Modul ‹Now:Print› ein Kartenset entworfen und siebgedruckt. Im Campusbeitrag erzählt sie von der intensiven Produktionszeit.

Als Animationsstudentin sitze ich die meiste Zeit vor dem Bildschirm. Daher war es ein richtiges Bedürfnis, ein Modul zu besuchen, bei dem ich mich analog austoben kann. ‹Now:Print› bot mir genau das und ich war sofort fasziniert. Sobald ich das Thema ‹Unsettling Identities› vernommen hatte, war für mich klar, dass es bei mir um meine guatemaltekischen Wurzeln gehen soll. Obwohl ich ziemlich schweizerisch bin, ist mir der guatemaltekische Teil sehr wichtig und ich wollte die Gelegenheit nutzen, mich intensiver mit der Maya-Kultur auseinanderzusetzen.


Die vier Könige des Kartenset.

Nach der experimentellen Phase, in der ich unter anderem mit Maiskolben und Tortillas druckte, arbeitete ich an einem Konzept für ein selbstdesigntes Kartenspiel. Mich an den Pokerkarten orientierend, wurde dies dann auch mein finales Projekt: ‹En honor a Tikal› ist ein handgemachtes, im Siebdruck produziertes Spielkartenset. Die Abbildungen stellen ausgewählte Gottheiten der Maya-Kultur dar, die ich sorgfältig recherchiert und stilisiert habe. Dabei entwickelte ich mein eigenes System: an Stelle von Kreuz, Herz, Pik und Karo gibt es die Kategorien Naturelemente, Tiere, Nahrung und Tod. Am Ende des Moduls konnte ich die vier Könige als Prototyp präsentieren. Da meine Arbeit anschließend für eine Gruppenausstellung in der Kunsthalle Luzern ausgesucht wurde, musste ich das Projekt über die Sommerferien zu beenden.


Das Kartenset.

Alle Karten in der Übersicht.

Siebdruck bietet sich gut für größere Produktionen an und da ich anfangs das Ausmass des Aufwandes nicht gut einschätzen konnte, beschloss ich gleich auf 20 Sets hinzuarbeiten.
Jede Karte wird mit vier verschieden Farben beschichtet. Die Rückseite wird ebenfalls bedruckt und die Karte beidseitig lackiert. Zuletzt wird sie zugeschnitten und die Ecken abgerundet. Das heisst, dass insgesamt acht Mal die Möglichkeit besteht, eine Karte zu vermasseln. Also zielte ich auf rund 40 Sets, schlussendlich wurden es 32 brauchbare. Ich druckte Tagsüber, schlief meistens 2 bis 4 Stunden und zeichnete nachts das Design, das ich Tags darauf druckte. Es war eine intensive Zeit, in der ich mehrmals an meine Grenzen kam. Zum Glück erhielt ich gegen Ende, als 2‘277 Karten von Hand zugeschnitten werden mussten, viel Unterstützung von meiner Familie und Klassenkameraden. Auch wenn ich mit dem Resultat mehr als zufrieden und froh bin, dass ich es tatsächlich durchgezogen habe, sage ich ganz ehrlich: nie wieder so!

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