Die nächste Ausgabe von trans widmet sich der Blüte der Jugend.

Das Konstrukt der Jugend

Die 34. Ausgabe des trans Magazins widmet sich der Jugend. Die Redaktion will noch einmal grundsätzliche Fragen stellen, Naivität zulassen und bereits gefestigtes Wissen aufbrechen.

Das Leben eines Menschen scheint in sich aneinanderreihende Kapitel gegliedert zu sein. Bedingt von der vorhergehenden und ausgerichtet auf die nächstfolgende Periode steuern die einzelnen Glieder dieser Kette auf einen schlussendlichen, scheinbaren Höhepunkt zu. Von der Sprosse zur Blüte bis hin zur Ernte der gereiften Frucht steigert sich der Wert des Apfels in den Augen des Bauern stetig. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Kindheit, der Jugend und der krönenden Einsicht des Erwachsenen.

Wir als Redaktion der 34. Ausgabe des trans Magazins interessieren uns für die stufenweise Struktur dieses Prozesses und wollen ihn kritisch aus derjenigen Perspektive ausleuchten, welche für uns am zugänglichsten ist: Der Jugend. Als Studierende befinden wir uns – akademisch betrachtet – gerade in dieser zeitlichen Transitzone zwischen Kind und Erwachsenem, zwischen Samen und Frucht. Eine Zeit, mittig gelegen in einer theoretischen Dreiteiligkeit und somit sowohl aus einer Vergangenheit erwachsend und in eine Zukunft gerichtet. Ausgehend von Professoren/-innen und Kommilitonen, vernimmt man eine grosse Diversität von Meinungen und Haltungen, welche auch durchaus gegensätzlicher Natur sein können. Durch den Verlust der kindlichen Unschuld und reiner Selbstreferenz sind wir in die neue Dynamik der Jugend vorangeschritten, in welcher erstmalig die Gegenüberstellung von These und Antithese möglich und produktiv nutzbar ist.

Diese aufeinanderprallenden Gegensätze besitzen nunmehr das Potential, eine Haltung als eine Synthese ebenjener zu entwickeln und Begriffe wie ‚wahr‘ und ‚falsch‘ im Verständnis eines dialektischen Diskurses über Architektur — und demnach auch uns selbst —aufzuheben. Eine jugendliche Unterhaltung über Architektur soll eine Möglichkeit sein, noch einmal grundsätzliche Fragen aussprechen zu können, Naivität zuzulassen, bereits gefestigtes Wissen aufzubrechen und auf die Probe zu stellen. Schlussendlich sehen wir also nicht die Jugend selbst als einen zu zelebrierenden Zustand, sondern sind auf der Suche nach einer Methodik des Denkens und des immer wieder Überdenkens, deren Ursprung wir in der jugendlichen Intensität und Neugierde erkennen können und deren Notwendigkeit wir in unserer Disziplin der Architektur unterstreichen möchten.

Diskutiere mit! Sende uns dein Abstract bis zum 11. November an trans@arch.ethz.ch.

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