Situation

Raum für Möglichkeiten

Ein junges Schweizer Team gewinnt den städtebaulichen Ideenwettbewerb «Neue Mitte Grenzach». Die für die IBA Basel 2020 nominierte Ortsentwicklung soll der deutschen Gemeinde am Rhein zu einem neuen Zentrum verhelfen.

Ein junges Schweizer Team gewinnt den städtebaulichen Ideenwettbewerb «Neue Mitte Grenzach». Die für die IBA Basel 2020 nominierte Ortsentwicklung soll der deutschen Gemeinde am Rhein zu einem lebendigen neuen Zentrum verhelfen. Der Vorschlag von Salewski & Kretz Architekten aus Zürich, Weyell Zipse Architekten aus Basel und den Landschaftsarchitekten von Atelier Loidl aus Berlin schlägt als «Neue Mitte» einen baumbestandenen Stadtplatz vor. Die Atmosphäre dieses öffentlichen Raumes, schreiben die Verfasser, bewege sich im Spannungsfeld zwischen Urbanität und Landschaft – eine Qualität, die dem Charakter von Grenzach-Wyhlen entspreche. Ihr Projekt versuche «weder eine Altstadt zu reproduzieren, noch dem Ideal einer Agora nachzuträumen». Stattdessen würden die bestehenden Räume zu einem städtebaulichen Konzept verwoben, das «auf räumlich prägnanten und sozial aneigbaren öffentlichen Räumen» fusse. Den vorgeschlagenen «Stadthain» verstehen die Architekten denn vor allem als Raum für Möglichkeiten: «Verschiedene Nutzungen werden zugelassen, aber nicht vorgegeben. Ob menschenleer oder rappelvoll – die Präsenz der Bäume lässt diesen öffentlichen Raum nie unangenehm wirken.» 
Die Jury lobt die intensive Analyse der bestehenden Bebauung und der Freiräume, aus der präzis formulierte Baufelder und Aussenräume hervorgegangen seien. Städtebaulich bilde der Stadthain den Höhepunkt der historischen Nord-Süd-Achse, die vom Dorfkern über den Bahnhof bis zum Rheinufer verlaufe. Die von den Verfassern vorgeschlagene Markthalle schliesslich schaffe unter dem «atmosphärisch überzeugenden Baumdach» den notwendigen sozialen Kristallisationspunkt.

Neue Mitte Grenzach
Kooperativer städtebaulicher Ideenwettbewerb im selektiven Verfahren für die Gemeinde Grenzach-Wyhlen (D)
Fachjury: Dr. Donato Acocella, August Künzel, Dirk Lohaus, Andreas Nütten, Prof. Dr. Franz Pesch, Dr. Eckart Rosenberger, Hans-Jörg Wöhrle
– 1. Rang: Salewski & Kretz Architekten, Zürich, mit Weyell Zipse Architekten, Basel, und Atelier Loidl, Berlin
– 3. Rang ex aequo: Heinz Jahnen Pflüger Stadtplaner und Architekten, Aachen, mit Michael Reepel jun., Atelier für Garten- und Landschaftsarchitektur, Düren, und Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier, Aachen
– 3. Rang ex aequo: Yellow z Urbanism Architecture, Berlin, mit Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg
Weitere Teilnehmer:
– Raumbureau, Zürich, mit urbaNplus, Stefan Kurath, Zürich
– Baldauf Architekten und Stadtplaner, Stuttgart mit König + Partner Landschaftsarchitekten, Stuttgart

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