Metrotram: So könnte das Meterspurige Schienennetz 2050 aussehen. (blau: bestehend, orange: neu)

Schneller durch Zürich

«Wir brauchen ein Metro-Tram», beteuert ETH-Verkehrsplaner Ulrich Widmann im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» erneut. Nur so könne der ÖV in Zürich nachhaltig beschleunigt werden.

«Das heutige System, obwohl hoch gelobt, stösst an seine Grenzen. Viel lässt sich nicht mehr herausholen», sagt ETH-Verkehrsplaner Ulrich Weidmann im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Er rechnet vor: «In Zürich hat der Tempoverlust laut VBZ zusätzliche Ausgaben von acht Millionen Franken im Jahr ausgelöst.» Weidmann empfiehlt, die Rotsignale wieder konsequenter auf Trams und Busse ausrichten und die Trassees des ÖVs stärker von den Strassen abzugrenzen. Er kann sich auch vorstellen, die Haltestellen neu zu verteilen und die Abstände von heute rund 300 auf 400 Meter zu erhöhen. «Eine weitere Möglichkeit wäre, schnelle und langsame Linien einzuführen», erklärt der ETH-Professor. Doch um das Wachstum zu bewältigen, sieht Weidmann langfristig nur eine Lösung: «Wir brauchen ein Metro-Tram.» Das Konzept, das Hochparterre vor drei Jahren in einer Publikation vorgestellt hat, hat bisher allerding wenig ausgelöst. «Es ist wie in einem schalltoten Raum», sagt Weidmann. «Es kommt wenig zurück.» Die Stadt und die meisten Politiker scheinen davon auszugehen, dass der heutige öffentliche Stadtverkehr langfristig genügt, erkärt er. «Das ist aber nicht so.»

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