Eine Metro für Basel?

«Basel und seine Region wollen eine Metro», titel die ‹NZZ› über die Ausbaupläne für 2030. Ein unterirdisches «Herzstück» soll Hauptbahnhof und Badischen Bahnhof verbinden, ergänzt um zwei weitere Äste. Das heutige Bahn-Layout sei veraltet und so lobbyierten die Kantone beider Basel gemeinsam und engagiert im Bundeshaus für das bis zu zwei Milliarden Franken teure Vorhaben. Die ‹NZZ› kritisiert, dass auch bei Fernverbindungen Handlungsbedarf bestünde: «Die Rolle als Tor zur Schweiz wird kaum in die Waagschale geworfen».


Das Schönste ab HB Zürich sei für Baslerinnen die S-Bahn. Die ‹NZZ› meint: «Hier zeigt sich, wie effizient ein Nahverkehrssystem zur Vitalität einer Grossregion beitragen kann.» Während sich das S-Bahn-Netz seit der Durchmesserlinie 1990 hier prächtig entwickelt habe, datiere das Layout der Basler Eisenbahn aus dem letzten Jahrhundert. Das vernichtende Urteil: «Durchmesserlinien zwischen Gemeinden auf verschiedenen Seiten der Stadt existieren kaum, eine Entflechtung zwischen Güter-, Fern- und Nahverkehr ist auf weiten Teilen des Netzes nicht möglich, zeitraubende Richtungswechsel sind noch immer Alltag. Dem Netz fehlt es an Flexibilität und Effizienz.»
Doch bis 2030 könnte es anders kommen, besser. Die Region Basel plant eine unterirdische Verbindung von Hauptbahnhof und Badischer Bahnhof als «Herzstück» sowie zwei Äste Richtung Westen und zum Bahnhof St. Johann. Bis zu zwei Milliarden Franken soll das kosten, schwerpunktmässig finanziert durch den Bund. Nach der Annahme der Fabi-Vorlage vor rund einem Jahr ist Geld da und so lobbyieren beide Basel kräftig im Bundeshaus. Die ‹NZZ› schreibt von «Geschlossenheit in einer Region, die sonst nicht gerade mit Einigkeit auftrumpft».

In einem Kommentar kritisiert die ‹NZZ› aber, dass die Rolle Basels «als Tor zur Schweiz» kaum in die Waagschale geworfen werde. Es sei «symptomatisch», dass die Diskussion unter regionalen Gesichtspunkten erfolge, denn weder die Schweiz noch Basel selbst nähmen die Stadt «als jenes zentrale Tor zum ganzen land wahr, das sie ist». Die ‹NZZ› vermisst Bestrebungen, «die archaische Betriebsabwicklung für Fernzüge [...] durch einen zeitgemässeren Ansatz zu ersetzen». Sie gibt aber auch zu Bedenken, dass die Grenzstadt Basel in einer politisch ausgesprochen komplizierten Lage steckt. Als «Crux» der Region sowohl im Schienen wie im Strassenverkehr sieht sie «die eng gezogenen Landesgrenzen und die Absenz einer grenzüberschreitenden Vogelperspektive».

Weitere Meldungen:


– Die «Neue Bodeninitiative» aus Basel-Stadt fordert, dass der Kanton sein Land nicht mehr privatisiert, sondern nur noch im Baurecht abgibt. Laut ‹Die Wochenzeitung› fordern die Initianten griffige Regeln für den Umgang mit dem «Tafelsilber», weil es günstige Wohnungen brauche und wichtige Entwicklungen wie am Hafen anstünden. (Artikel nicht online)

– Eine Ausstellung im MAX Museo in Chiasso widmet sich unter anderem der Architektur von Durisch + Nolli, die das Museum bauten. Die ‹NZZ› hat sie besucht.

– Strassenkunst auf dem Sechseläutenplatz: Der Gemeinderat fordert, dass die Stadt ihre Regeln zur Strassenkunst liberalisiert. Wie der ‹Tages-Anzeiger› schreibt, freuen sich Strassenmusiker, Porträtzeichner und Jongleure, nicht aber SVP und FDP. (Artikel nicht online)

– Streit um die Energiewende: In der Replik «Und es geht doch» auf einen Artikel in ‹Die Weltwoche› schrieb Anton Gunziger, die nationale Energieversorgung könne mit erneuerbaren Energien gesichert werden. Nun schiesst die Wochenzeitung zurück: «Die Argumente des ETH-Professors sind auf Sand gebaut.»

– Die Häufung von Unfällen mit Kränen sei «ein Riesenthema in der Branche». Die Kranfirmen sind aufgeschreckt und laut ‹Tages-Anzeiger› will nun auch die Suva «genauer hinschauen».

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