Vittorio Magnago Lampugnani Fotos: ethz.ch

«Architektur soll wieder langsam werden»

Vittorio Magnago Lampugnani fordert in der «NZZ» eine Architektur, die die sich auf den Wandel von der rasanten zur langsamen Stadt einlässt.

«Heute sind sich alle einig darüber, dass die Städte zugunsten des Langsamverkehrs umgerüstet werden müssen», schreibt Vittorio Magnago Lampugnani heute in der «NZZ». «Doch scheinen unsere Häuser nichts gemerkt zu haben. Weiterhin gebärden sie sich kubisch und karg, zeigen einheitliche glatte Oberflächen und unvermittelt eingeschnittene Fensteröffnungen.» Wenn sie nun, um den Anforderungen der neuen urbanen Langsamkeit Genüge zu tun, einen Paradigmenwechsel vollziehen sollten, könne dieser nicht nur ästhetisch, sondern müsse auch ökonomisch sein. «Eine Architektur, die sich auf den Wandel von der rasanten zur langsamen Stadt einlässt und diesen unterstützt, fördert die Stadtentwicklung. Das kommt der Stadt, aber ebenso der einzelnen Baumassnahme zugute – auch ökonomisch», meint Lampugagni und fordert eine Baukunst, «die wieder zur durchgearbeiteten Fassade, zum bewusst ausgewählten Material, zum sorgfältig komponierten Detail, zum aussagekräftigen Dekor zurückfindet und sich selbstbewusst und gelassen die dafür erforderliche Zeit nimmt.»

Weitere Meldungen:

– Die Zersiedelungsinitiative betrifft nur 10 Prozent der seit 1997 in der Schweiz errichteten Gebäude, schreibt «24heures».

– Nach dem Aufstand von Könizer Hausbesitzern will der Grosse Rat das Berner Baugesetz abändern. Nun riskiert er, mit Bundesrecht in Konflikt zu geraten, schreibt der «Bund».

– Seit 100 Jahren wird versucht, die Rosengartenstrasse in Zürich-Wipkingen weiterzuentwickeln. Der «Tages-Anzeiger» zeigt Pläne. Und die «NZZ» fragt: Wird die Rosengartenachse bald aufgewertet wie die Weststrasse?

– Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern In der Region St.Gallen ist gross. Doch einige Gemeinden haben kaum noch Baulandreserven. Die Preise steigen selbst in abgelegenen Kommunen, schreibt das «St.Galler Tagblatt».

Kommentare

Andreas Konrad 04.02.2019 13:10
Wahrscheinlich das Klügste , was in letzter Zeit über Architektur geschrieben wurde . Dieses Jahr wird das Bauhaus 100 Jahre alt . Was hoffnungsvoll begann , hat sich als Irrweg , als billige Renditemaschine , als ein religiös verehrtes , aber in Wahrheit freudlos verkopftes Verbrechen entpuppt . Es ist Zeit , dass es sich nun mit ehrenvollem Salut verabschiedet .
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