Zwischennutzung in einem der Schuppen auf dem St.Galler Güterbahnhofareal Fotos: Hochparterre

Zwischennutzung im St.Galler Güterbahnhof

Bisherige Überbauungsrojekte für das St.Galler Güterbahnhof-Areal scheiterten am Nein der Bevölkerung. Jetzt soll ein Containerdorf die Kreativwirtschaft hierher bringen.

Lange war das St.Galler Güterbahnhofareal im Eigentum der Stadt St.Gallen. Sie liess dafür Studien und auch ein Überbauungsprojekt ausarbeiten, doch dann wurde der Gestaltungsplan in einer Volksabstimmung abgelehnt. Danach tauschten Stadt und Kanton Areale ab und nun hält der Kanton St.Gallen die Gebäude und die grosse Freifläche als Landreserve. Neue Überbauungsabsichten habe man im Moment nicht, erklärte Kantonsbaumeister Werner Binotto bereits mehrmals. Zuerst soll auf dem Areal ein zusätzlicher innerstädtischer Autobahnanschluss gebaut werden. Dazu haben die St.Galler Stimmberechtigten im Februar dieses Jahres in einer Grundsatzabstimmung zwar Ja gesagt, doch mehr als ein Grobprojekt besteht dafür noch nicht und die Finanzierung steht in Sternen.

Damit ist klar: das zentrumsnahe Güterbahnhof-Areal wird noch 15 bis 20 Jahre eine Brache bleiben. Jetzt hat sich die Regio Appenzell–St.Gallen–Bodensee des Areals angenommen. Sie kümmert sich um Regionalentwicklung und sie ist beim Agglomerationsprogramm federführend. Mit Geld, das die St.Galler Kantonalbank aus ihrem Jubiläums-Topf zur Verfügung stellt, hat die Regio eine Belebung des Areals initiiert. Denn wegen der Autobahnpläne auf das Areal zu verzichten, wäre eine Kapitulation, sagten die Initianten anlässlich der Präsentation des Projekts. Bis Ende Oktober steht vorerst ein Teil eines Güterschuppens mit 250 Quadratmeter Fläche für unterschiedlichste Anlässe zur Verfügung. Draussen stehen die ersten zwei Container zur Nutzung bereit. Allerdings ist nur ein Tagesbetrieb geplant.

Auf den Freiflächen sollen später noch viel mehr Container aufgestellt werden, die nach dem damaligen Vorbild in der Zürcher Binz oder des Basler Projekts «Rakete», zu einem Brennpunkt der Kreativwirtschaft werden sollen. So will die Regio einen Stadtentwicklungsprozess in Gang setzen. Das Projekt nennt sich Lattich, denn Huflattich ist eine der Pionierpflanzen die auf Brachen anzutreffen ist.

Mit im Boot des Versuchsbetriebs sind neben der Regio Appenzell–St.Gallen–Bodensee auch die Agentur Alltag, Falkner Kulturmanagement, das Produktionsbüro Ost sowie die Kulturförderung der Stadt St.Gallen.

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