Zürich soll bis 2030 in bestehenden Reserven wachsen: zu 53% im Bestand (blau), zu 43% in Umstrukturierungsgebieten (rot) und zu 4% auf unüberbauten Grundstücken (gelb). Kritiker erwarten verschärfte Wohnungsnot. (Abbildung: Amt für Städtebau) Fotos: zVg

Wächst Zürich richtig?

Zankapfel BZO: Fundamentale Kritik prasselt auf die für 2014 geplante Teilrevision der Zürcher Bau- und Zonenordnung. Drei zentrale Streitpunkte und die wichtigsten Stimmen aus Politik und Wirtschaft.

Ende Oktober 2013 präsentierte der Zürcher Stadtrat die für 2014 geplante Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO). Bis zum Weihnachtstag durften Interessierte ihre Meinung einbringen. Planer taten dies erstaunlich selten, sodass wir nachfragten und die im Berufsalltag Betroffenen in der Januarausgabe zu Wort kommen lassen. Bei den eifrig kommunizierenden Verbänden, Parteien und Wirtschaftsvertretern liessen sich schon im Vorfeld drei grosse Streitpunkte ausmachen:1. Wachstum und VerdichtungAls Teilrevision beruht die BZO14 grösstenteils auf der bestehenden BZO99. Der Stadtrat errechnet bestehende Reserven für zusätzliche 115'000 Einwohner und 175'000 Arbeitplätze, weshalb die BZO14 keine Aufzonungsrunde ist und gemässigtes Wachstum nach Innen fördern soll. Der Mieterverband und die SP sind mit dieser Stossrichtung zufrieden. Die SP lobt, der Stadtrat schaffe «keine Reserven auf Vorrat und setzt damit ein Zeichen der Qualität». «Solid, aber mutlos», urteilen die Grünen. In liberalen Kreisen geht die Kritik bedeutend weiter. Grünliberal findet die BZO14 schlicht «enttäuschend» und der FDP fehlt jegliche Wachstumsperspektive. Der Stadtforscher und ETH-Professor Christian Schmid erklärt die BZO in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger als Kompromisslösung, die wenig Potential für zusätzliche Bewohner und daher keine Vision für die Stadt Zürich biete.Der Hauseigentümerverband (HEV) und der Immobilienberater Wüest & Partner widersprechen der Grundannahme des Stadtrats, dass die bestehenden Reserven genügen. Sie seien bloss theoretisch und erfahrungsgemäss schwierig zu aktivieren. Die BZO14 sei geprägt von einem «Geist des Bewahrens und Erhaltens» und es bahne sich eine «Verdichtung nach aussen» an, so Wüest & Partner in einem Communiqué. Die lokalen Medien stossen ins gleiche Horn: «Der Städtebau kippt ins Bizarre»,...
Wächst Zürich richtig?

Zankapfel BZO: Fundamentale Kritik prasselt auf die für 2014 geplante Teilrevision der Zürcher Bau- und Zonenordnung. Drei zentrale Streitpunkte und die wichtigsten Stimmen aus Politik und Wirtschaft.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?