Master-Arbeit von Christoph Hiestand

Für ein neues Habis Royal

«Die Situation am Zürcher Bahnhofplatz ist unbefriedigend», sagt Annette Spiro. Im Kurzinterview wird erläutert, warum sie einen Neubau für das Habis Royal zur Aufgabe der Masterarbeiten an der ETH gemacht hat.

Die Master-Studenten der ETH haben im letzten Semester über eine Neuordnung des Zürcher Bahnhofplatzes nachgedacht. Hochparterre hat einige der Arbeiten in einer Bildergalerie zusammengestellt. Professorin Annette Spiro hat die Aufgabe für einen Ersatzneubau des Habis Royal formuliert und beantwortet uns drei Fragen.

Wie ist die Idee entstanden, die Studenten einen Ersatz für das Habis Royal entwerfen zu lassen?

Im Herbst 2010 hat das Zürcher Amt für Städtebau einen Workshop veranstaltet. Wir waren mit dem Büro eingeladen für den Bereich vom Central bis Bahnhofplatz ein Konzept zu entwerfen. Andere Teams haben sich mit dem Bürkliplatz und der Rathausbrücke beschäftigt. Für uns war klar, dass man nicht nur über das Globus Provisorium nachdenken muss, sondern den ganzen Raum vom Central bis zur Europaallee als Abfolge denken sollte.
 



Wieso haben Sie zur Verbesserung der Situation das Habis Royal anvisiert?


Vor allem die Situation am Bahnhofplatz ist unbefriedigend. Man kommt als Reisender in der Halle an, um dann ohne den Platz überhaupt betreten zu haben durch mauselochartige Abgänge in den Untergrund gelenkt zu werden: ein grosses städtebauliches Manko an einem Ort, an dem nach Fertigstellung des Tiefbahnhofs Löwenstrasse bald täglich eine halbe Millionen Menschen umsteigen werden. Es bedarf einer besseren Verbindung zur Stadt und der Bahnhofplatz sollte für Fussgänger attraktiver werden. Uns war vor allem wichtig, dass dort, wo in Zukunft die meisten Besucher aus dem Bahnhof Löwenstrasse ein- und austreten, ein Halle entsteht. Denn das, was unter dem Boden passiert und die Verbindungen zwischen unten und oben sind genauso wichtig wie der Platz selber.

Der Abriss und die Rekonstruktion des Habis Royal in den 1980er Jahren haben es eigentlich zerstört. Warum man es trotz Denkmalschutz abreissen konnte, ist mir ein Rätsel. Aber das, was heute dort steht, macht wenig Sinn.
 Daher haben wir als Aufgabe formuliert, dort einen Eingang zum Tiefbahnhof und ein Stadtforum zu entwerfen.


Hat Sie das Amt für Städtebau unterstütz?


Bei der Ausarbeitung der Aufgabe waren wir in Kontakt mit der Stadt und dem Besitzer der Immobilie Swiss Life. Martina Guhl vom Amt für Städtebau war auch bei den Kritiken der Masterarbeiten unser Gast an der ETH. Professor Arno Lederer hat übrigens im Wintersemester 2011/12 ebenfalls in Stuttgart seine Studenten den Zürcher Bahnhofsplatz bearbeiten lassen. Vielleicht werden die Arbeiten bald in einer Ausstellung zu sehen sein, das Amt für Städtebau hat bereits Interesse bekundet.

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