Landschaften für Hasen, die Schachteln mit den Unterschriften für die Doppelinitiative Fotos: Béatrice Dévenès

Für die Biodiversität, gegen die Verbauung

Fertig lustig mit dem Bauen ausserhalb der Bauzone! Heute morgen sind die zwei Volksinitiativen für Biodiversität und für die Landschaft eingereicht worden.

Mit zusammen mehr als 213'000 beglaubigten Unterschriften haben Natur- und
Umweltschutzverbände heute zwei nationale Volksinitiativen eingereicht: Die für Biodiversität und die für intakte Landschaften. Symbolisch wurden die Unterschriftenkisten auf der Bundesterrasse zum Puzzle einer bunten und vielfältigen «Schweiz von morgen» gruppiert.

Flächen und Mittel für Biodiversität

Die Biodiversitätsinitiative will den Schutz der Natur, der Landschaft und des baukulturellen Erbes der Schweiz als gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen stärken und erreichen, dass für die Sicherung der gefährdeten Biodiversität, der Lebensräume und der Artenvielfalt, endlich die
erforderlichen Flächen und Mittel zur Verfügung stehen.

Kein Bauen ausserhalb der Bauzone

Die Landschaftsinitiative will dem im Gesetz längst verankerten, aber in Realität nicht respektierten Grundsatz der Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet Nachdruck verleihen. Dem Bauen ausserhalb der Bauzonen sollen klare Grenzen gesetzt, die Zahl der Gebäude und die von ihnen in Anspruch genommene Fläche sollen plafoniert werden.

Lanciert wurden die beiden Initiativen Ende März 2019 von Pro Natura, BirdLife Schweiz, der Stiftung Landschaftsschutz und dem Schweizer Heimatschutz, unterstützt werden sie unter anderem von VCS, Alpeninitiative, Casafair, JagdSchweiz und weiteren Organisationen.
 

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Kommentare

BATMAN 08.09.2020 16:20
Die Weltbevölkerung wächst! Ebenso in der Schweiz! Diese evidente Tatsache gilt es zu akzeptieren. Dann aber davon ausgehen, dass man einen Zustand per Gesetz einfrieren kann ist absurd. Aber klar.. unsere jetzt schon realitätsfernen (global verglichen) Baulandbodenpreise kann man noch absurder in die Höhe treiben. All diese Pro-Natura Vereinsvorsteher wohnen sicherlich idyllisch in einem schon von ihren Mami&Papis vererbten Häuslis mit Garten. Nicht jeder möchte urban in pseudoverdichteten 'höheren Häusern' leben... Vielleicht lässt sich Bauen, Natur- und Landschaftsschutz auch konstruktiv vereinen - ohne Verbote!
Henri Leuzinger 08.09.2020 16:31
Haupttreiber des Bodenverschleisses sind die Flächenansprüche (Wohnflächenverbauch pro Einwohner, Verkehrsflächen udgl.) sowie die Wachstumsideologie in der Wirtschaft. Und das auf dem hierzulande knappen Gut Boden, bekanntlich nur vertikal vermehrbar. Dass die liberalen Marktideologen glauben, das Dilemma über den Preis regeln zu können, ist längst widerlegt. Es braucht neue Anläufe, das Bodenrecht zu revidieren. Aber dieser Heiligen Kuh der Schweizer Politik will niemand an den Kragen.
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