Augustin Rebetz, aus der 8-teiligen Serie «Tout ce qui a le visage de la colère et n'élève pas la voix» Fotos: Augustin Rebetez

Gewonnen hat: Augustin Rebetez

Am Schluss ging es zwischen den Kategorien Fine Art, Free und Editorial hart auf hart: die Superjury des Swiss Photo Award erkor den jungen Augustin Rebetez als Preisträger des Swiss Photo Award.

Am Schluss ging es zwischen den Kategorien Fine Art, Free und Editorial hart auf hart: die Superjury, die unter allen Nominierten einen Hauptgewinner auswählen durfte, erkor den jungen Augustin Rebetez als Preisträger den Swiss Photo Award. In der vollen Halle des EWZ.Unterwerk stieg die Spannung, als Madeleine Schuppli, Jann Jenatsch und Henry Leutwyler gegen viertel vor zehn auf die Bühne traten. Vorab war schon klar, welche drei der nominierten 18 Fotografinnen und Fotografen die Jury am meisten überzeugt hatten: mit Mark Henley war der Preisträger des Swiss Press Photo Award dabei, der mit seiner Arbeit «Bank on us» zeigt, was editoriale Fotografie kann, die im Eigenauftrag entsteht. Portiert wurde sie von Keystone-CEO Jann Jenatsch, der meinte, das erwarte man ja auch von ihm. Fotograf Henry Leutwyler setzte sich mit aller Kraft für die Arbeit der jungen Sandra Kennel ein, die ihre irritierend grundsätzliche Serie abstrakter Fotografien in der Kategorie Free eingab. Schliesslich gewann der Favorit von Madeleine Schuppli vom Aargauer Kunsthaus - mit dem Argument, die Jury habe sich auf einen jungen Fotografen geeinigt, der einen Platz in der Kunstfotografie einnehmen werde. Dass er auf dem besten Weg ist, zeigt die Liste seiner Ausstellungen, die mit Caravan 1/2011 auch einen Auftritt im Aargauer Kunsthaus umfasst. Der Künstler, der abgelegen im Jura lebt, zeigt unvermittelt und direkt, wie er und seine Clique lebt, feiert, spielt, sich berauscht, zweifelt. Die grossformatigen Bilder sind direkt auf die Wand geklebt. Mit hinzudenken muss man sich Zeichnungen und kurze Videos, die seine Fotografien erst zu wirklich kräftigen Installationen werden lassen. So oder so: Die Präsentation seiner Arbeit im EWZ setzt auf jeden Fall einen

Kontrast zu den vielen exquisit präsentierten Serien anderer Nominierter. Nicht jeder Arbeit bekommt es, wenn sie aus ihrem ursprünglichen Verwendungszusammenhang gerissen auf die Wand gerät, gar auf Leinwand gedruckt, sauber gerahmt und im Grossformat so tut, als wäre sie Kunst.

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