Mürren hat eine Tourismusgeschichte: «Kronleuchter vor der Jungfrau».

Bauten und Bilder einer Aussichtsterrasse

Tourismusgeschichten sind Bildergeschichten. Für Mürren setzt ein sorgfältig gemachtes Buch in der Zeit an, als Fremde die Bergterrasse über dem Lauterbrunnental zu möblieren begannen.

Sie hatten die Aussicht entdeckt. Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen in der Berner Oberländer Walsersiedlung Hotels, reiche Engländer investierten in Infrastruktur. Ohne sich in Anekdoten zu verlieren erzählt das Buch von Gastwirten und Geldgebern, von Erwartungen und Enttäuschungen.

Brände brachten Modernisierungssprünge, auch in der Architektur. 1927 baute Arnold Itten das Doppelhotel Alpina und Edelweiss, doch das Neue Bauen war in Mürren ein Einzelfall. Das Palace & Grand Hotel des Alpes blieb 1928 bei der traditionellen Bauweise eines Luxushotels. Ab den Fünfzigerjahren baute man Ferienchalets, Einheimische erweiterten ihre Häuser. Doch Bauen in Mürren ist teuer, eine Zufahrtsstrasse fehlt bis heute. Trost brachte die Schilthornbahn, die zum ersten Drehrestaurant auf einem Berggipfel führte und auf dem Talboden einen der grössten Parkplätze der Schweiz einrichtete. Heute inszeniert sie das unverwüstliche Panorama mit zusätzlichen Aussichtsplattformen neu und verkleidet ihre Stationsbauten mit bedruckten Planen. Architektur aus Bildern.

 
Kronleuchter vor der Jungfrau. Mürren – eine Tourismusgeschichte. Patrick Feuz (Hg.). Hier und Jetzt, Baden 2014, Fr. 69.–

Buchpräsentation im Alpinen Museum

Die Autoren Patrick Feuz (Historiker und stv. Chefredaktor «Der Bund»), Sarah Nowotny, Roland Flückiger-Seiler und Daniel Di Falco präsentieren ihr Mürren-Buch.
Donnerstag, 11. September 2014, 18.30 Uhr
Alpines Museum Bern, Helvetiaplatz 4, Bern

Mehr zum Schilthorn

Von der touristischen Karriere des Berges und den Drahtziehern des Seilbahnprojekts schrieb Hochparterres Produzent Daniel Bernet: Von Morgan bis Bond – Schilthornbahn 1959–1969. Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Heft 3, Oktober 2008 (PDF).

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