Zum zweiten Mal lud Hochparterre in der Veranstaltungsreihe ‹Design zum Zmittag› zur Diskussion.

Wer wie viel verdient

Weshalb haben Designer Probleme, einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit einzufordern? Zum zweiten Mal lud Hochparterre in der Veranstaltungsreihe ‹Design zum Zmittag› zur Diskussion und erörterte dieses Thema.

Zu Beginn ihrer Karriere sind Designer versucht, für wenig Honorar an Wettbewerben mitzumachen oder Entwürfe gratis an Produzenten zu schicken, um entdeckt zu werden. Doch weshalb haben die Kreativen auch später Probleme, einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit einzufordern? Zum zweiten Mal lud Hochparterre in der Veranstaltungsreihe ‹Design zum Zmittag› zur Diskussion. Im Sääli des Restaurant Weissen Wind in der Zürcher Altstadt diskutierten Therese Naef, Designerin und Geschäftsführerin von Milani Design, Robert M. Stutz, Rechtsanwalt, Thilo Brunner, Designer von Brunner Mettler, und Michael Krohn, Designer und ZHdK-Dozent mit Hochparterres Redaktorin für Design Meret Ernst. Bei Käseplatte und Wurst erörterten die Designer ihre Stundenansätze und ihr Verhandlungsgeschick. Ihm wurde auch schon gesagt, er täte seine Arbeit ja gern, erzählte Thilo Brunner. «Woraus folgt, das wer seinen Beruf liebt, zufrieden ist – auch mit dem Einkommen.» Michael Krohn wiederum beobachtet der wirtschaftlichen Lage wegen eine Verschiebung des Designers zum Entrepreneur. Er misstraut dieser Entwicklung: «Das ist verdeckte Arbeitslosigkeit.» Warum Juristen, die eine ähnlich lange Ausbildung hinter sich haben, pro Stunde dreimal so viel verdienen, blieb unklar. Allerdings relativierte Robert Stutz: Beginnen Stundenansätze in Zürich bei 800 Franken, seien es in Bern gerade mal 210 Franken. Der Mittag im intimen Rahmen zeigte auf, das wer von seiner Leistung leben will, verhandeln muss. Und das Designer dabei banale Dinge wie etwa die Stundenerfassung nicht ausser Acht lassen sollten: «Das hilft bei Nachverhandlungen mit Kunden», sagt Theres Nef. «Wir sind Dienstleister, keine Künstler.»

«Über Geld reden» – ein Artikel zum Thema von Meret Ernst aus der Ausgabe 10/2014 der Zeitschrift Hochparterre (für Abonnenten).

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