Der Architekt Rolf Nöthiger mit Textildesignerin Annette Douglas im Gespräch. Fotos: Stefan Gilgen

Atelier Arm die Dritte

Den Abschluss der Diskusionsreihe ‹Zuhause bei Atelier Arm› machten die Akustik-Expertin Annette Douglas und Rolf Nöthiger von ANS Architekten. Sehen sie das Gespräch im Video.

Den Abschluss der Diskusionsreihe ‹Zuhause bei Atelier Arm› machten die Akustik-Exertin Annette Douglas und Rolf Nöthiger von ANS Architekten, die für den Umbau der einstigen Industriehallen in Biglen verantwortlich zeichnen. Die zwei diskutierten ihre Arbeit im Textilland Schweiz und ergründeten Probleme und Ansprüche an die sich wandelnde Industrie. Beide präsentierten dazu je vier Bilder aus ihrem Alltag, die ihre Arbeit mit und um Textilien repräsentieren: ein anregender Dia-Abend.
Annette Douglas zeigte anhand ihres «Silent Space»-Forschungsprojekts und der daraus resultierenden Kollektion, das akustische Textilien nicht dicht und schwer sein müssen um Schall zu absorbieren. «Es hat sich ausbezahlt, beharrlich zu sein und die Textilien nun weltweit unter eigenem Namen zu vertreiben», sagt die Textildesignerin, die dadurch zur Unternehmerin geworden ist. Und sie erzählte von ihrem bisher anspruchsvollstem Projekt: Einem akustischen Trompe l'oeil-Vorhang für den grossen Konzertsaal im Toni Areal. «Man sieht es dem Textil nicht an, aber in diesem Projekt sind viele funktionale und technische Aspekte einbezogen.» Die Zusammenarbeit mit Architekten schätzt sie, vor allem wenn für bestimmte eigens entwickelte Stoffe entstehen. In diesem Zusammenhang äusserste sich Rolf Nöthiger, wieso Architekten meist erst ans Gesamtkonzept denken und erst spät an Stoffe im Innenraum. Und nutzte den Moment, sich erklären zu lassen wie sich Stoffe etwa für ein Open Space-Büro einsetzen lassen. «Es braucht mehrere Massnahmen», sagte Annette Douglas, denn schliesslich müsse der Schall auf allen Ebenen gebrochen werden. «Das Zusammenspiel von Boden und Wand ist wichtig.» Eine einzige Intervention bringe selten etwas, sie finde auch Möbel mit akustischen Eigenschaften interessant. «Als ich begann mich mit dem Thema zu beschäftigen, gab es wenig ästhetisches – da ist die Branche vorwärts gekommen.»
Rolf Nöthiger schliesslich äusserte sich zu der Umnutzung in Biglen: «Alle reden von Verdichten, aber wie geht das?» Auf dem ehemaligen Areal der Firma Arm haben ANS Architekten das Bestehen umgebaut, ohne zusätzliche Quadratmeter Land zu verbauen. «Wir haben alte Substanz rückgebaut und den Rest umgenutzt». Mehr Informationen zum urbanen Wohnen in Biglen gibt es hier, die Wohnungen sollen ab Ostern bezugsbereit sein.

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