Das Buch stellt Leben und Werk des Kupferstechers Martin Martini umfassend dar.

Das Freiburger Modell

Aus dem Schulbuch erinnern wir uns an die Stadtvedute von Luzern. Doch Martin Martini hat auch eine von Freiburg gestochen. Sie ist nun in ein Stadtmodell verwandelt worden.

Ich sammle Stadtmodelle seit ich als Schulbub das der Stadt Bern im historischen Museum gesehen habe, Stadtmodelle sammeln ist ein Museumssport, dort leben sie. Freiburg im Üechtland hat seit kurzem ein neues, also ging ich hin. Es ist, von Corona behindert, erst seit dem 12. Februar 2022 zu besichtigen. Im Massstab 1:1000 oder 1:500 sind die Stadtmodelle gewöhnlich gebaut, dieses hingegen 1:250. Das verursacht den Architekten hochnäsiges Nasenrümpfen (Schnurpfus elitaris). Bäbistube zischen sie, zu farbig und zu veristisch. Sie sind Anhänger der Abstraktion, wollen alles weiss und sicher ohne eine Staffage von Alltagsmenschen, Metzgerhunden oder Laufbrunnen. Isländisch Moos ist schon grenzwertig, immerhin, man kann es weiss spritzen. Nur, gemach, liebe Architekten, dieses Modell ist nicht für Euch gemacht, in das ihr euer Klötzli einsetzt und über die städtebauliche Wirkung eures Projekts rätselt. Nein, es wendet sich an ein breites Publikum. Die begleitenden Lichtspiele plus der Auftritt von virtuellen Zeitzeugen in Kleidern von 1606 sind für Schulklassen gedacht und für bildungsbürgerliche Eltern an Regensonntagen. Nur, Architekten bedenkt, als das Modell zum ersten Mal ausgestellt wurde, an der Foire de Fribourg, da besichtigten es 40 000 Leute. In Freiburg ist’s farbig, genauer bunt, chnütschgrün die Wiesen und brandrot die Ziegeldächer. Stolz führen die Hirten des Modells, die Association Werkhof-Frima, ihre Zahlen an: 1700 Häuser, 2000 Personen, 3500 Bäume, 55 Quadratmeter. Den Plan zum Modell gibt es schon lange, die grosse Planvedute des Kupferstechers Martin Martini: Wahrhaffte vnd Eigentliche Abconterfactur Der Berümpten Catholischen Eidtgenossischen Statt Fryburg In Üchtlandt Sampt Irer Gelegenheit: Anno 1606. Das Modell begann 1996 als ein Arbeitslosenprogramm für Architekten und Leute aus dem Baugewerbe. Ihnen wurde eine Weiterbildung im comput...
Das Freiburger Modell

Aus dem Schulbuch erinnern wir uns an die Stadtvedute von Luzern. Doch Martin Martini hat auch eine von Freiburg gestochen. Sie ist nun in ein Stadtmodell verwandelt worden.

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